Die Schriftstellerin Christine Wunnicke erhält in diesem Jahr den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung würdigt damit ein Erzählwerk, das Leserinnen und Leser mit jedem Buch in eine neue Auseinandersetzung zwischen Fakt und Erfindung führt.
Georg-Büchner-Preis für Christine Wunnicke
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat am Donnerstag mitgeteilt, dass die Schriftstellerin Christine Wunnicke in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis erhält. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.
In der Begründung der Akademie heißt es, man zeichne Wunnicke für „ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist“, aus (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung). Weiter schreibt die Akademie: „Die Verblüffungskraft dieses Oeuvres, sein unbekümmerter Eigensinn, die unbeirrbare Arbeit eines Vierteljahrhunderts beeindrucken die Leserinnen und Leser, die mit jedem Buch in eine neue faszinierende Auseinandersetzung zwischen Fakt und Erfindung verwickelt werden.“
Begründung der Akademie
Nach Angaben der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mache Wunnickes „brillante Kunst“ im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermögliche so „einen entlarvenden Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen“. Wie nur selten vereine sich in diesen Romanen, getragen von subtilem Sprachwitz und dem Verzicht auf Selbstreferenz, das Unterhaltende und die anspruchsvolle Reflexion „auf so großartige wie diskrete Weise“, so die Begründung.
Verleihung im Oktober in Darmstadt
Der Georg-Büchner-Preis soll in diesem Jahr am 24. Oktober in Darmstadt verliehen werden. Er gilt als der renommierteste Literaturpreis im deutschen Sprachraum.
