Die Bundeswehr bereitet sich auf russische Störaktionen aus dem Weltraum vor, die sich nach Angaben des Weltraumkommandos aktuell besonders gegen ihre Präsenz im Baltikum richten. Hintergrund sind die Stationierung einer Panzerbrigade in Litauen und die wachsende Bedeutung weltraumgestützter Dienste für Navigation, Kommunikation und Aufklärung. Generalmajor Michael Traut betont die Notwendigkeit milliardenschwerer Investitionen, um hybriden Angriffen wirksam begegnen zu können.
Weltraum als Schauplatz hybrider Angriffe
Generalmajor Michael Traut, Kommandeur des Weltraumkommandos der Bundeswehr in Uedem, sagte dem „Tagesspiegel“, Deutschland stationiere derzeit eine Panzerbrigade in Litauen, die navigieren, kommunizieren und aufklären können müsse. Dies funktioniere über weltraumgestützte Dienste, „und die würden attackiert“, so Traut laut „Tagesspiegel“.
Die bereits beschlossenen Investitionen von 35 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 seien seiner Ansicht nach elementar, um solchen hybriden Angriffen zu begegnen. „Eine möglichst ungehinderte Nutzung des Weltraums und die Fähigkeit, einem Gegner die Nutzungen des Weltraums zu verwehren, sind unabdingbar für eine Kriegstüchtigkeit“, sagte Traut mit Blick auf die künftige Einsatzbereitschaft dem „Tagesspiegel“. Er ergänzte: „Wenn wir das nicht machen, verlieren wir, und zwar sehr schnell.“
Russland und China im Fokus der Beobachtungen
Nach Angaben des Kommandeurs steckt „sehr häufig“ Russland hinter den Störaktionen, die seine Einheit beobachte. „Wir denken, dass China so etwas ebenfalls kann, zurzeit aber keine Notwendigkeit dafür sieht“, sagte Traut dem „Tagesspiegel“. Beide Akteure demonstrierten derzeit, welche kinetischen und physischen Fähigkeiten sie im Weltraum hätten.
Angesichts der Aktivitäten Moskaus im All könne man „sagen, dass Russland seine Schachfiguren in Position gebracht hat und auf den nächsten Zug der Nato wartet“, so Traut laut „Tagesspiegel“.
Netzwerk kleiner Satelliten und neue Abwehrmittel
Zu den geplanten Anschaffungen, mit denen Deutschland den Störaktionen etwas entgegensetzen will, sagte Traut dem „Tagesspiegel“: „Wir werden ein Netzwerk von mindestens 200 kleineren Satelliten für eine sichere staatliche Kommunikation aufbauen.“
Außerdem kündigte er Maßnahmen zum Schutz vor gegnerischer Aufklärung an: „Wir werden russische Aufklärungssatelliten daran hindern können, von unseren Soldaten oder unserer Infrastruktur am Boden Bilder zu machen.“ Dazu zählten unter anderem Laser und elektromagnetische Waffen, sagte Traut dem „Tagesspiegel“.
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