Die Bundesnetzagentur hat vorläufig grünes Licht für eine durchschnittliche Erhöhung des Briefportos um rund 20 Prozent gegeben. Bei einem Standardbrief von derzeit 95 Cent würde das 1,14 Euro bedeuten. Auch Paketpreise für Privatkunden könnten um gut 10 Prozent steigen.
Preisspielraum und weitere Schritte
Die konkrete Ausgestaltung der Preise für einzelne Produkte bleibt der Deutschen Post überlassen. Es sei möglich, einige Produkte stärker und andere schwächer zu erhöhen, wie die Bundesnetzagentur mitteilte.
Bis Ende Oktober können die Deutsche Post, Wettbewerber und Verbraucherschutzorganisationen den geplanten Spielraum kommentieren. Die finale Entscheidung im „Price-Cap-Maßgrößenverfahren“ soll voraussichtlich im November veröffentlicht werden. Die neuen Preise müssen anschließend in einem Entgeltverfahren genehmigt werden und sollen ab dem 1. Januar 2027 für zwei Jahre gelten.
Ursachen für die Preisanpassung
Hauptgrund für die Höhe des Preissetzungsspielraums ist der deutliche Rückgang der Sendungsmengen im Briefbereich. Verantwortlich dafür sind die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Verlagerung der Kommunikation auf digitale Kanäle durch Unternehmen, Verwaltungen und Verbraucher.
Zusätzlich trägt die verpflichtende Einführung elektronischer Rechnungen ab 2028 für Unternehmen zum Rückgang bei. Rückläufige Sendungsmengen führen zu steigenden Stückkosten.