Ein Pferd oder eine Schildkröte, von denen Domdiakon Carsten Lehmann aus früheren Jahren berichtete, waren diesmal nicht dabei. Dafür gab es am Samstagvormittag (10. Oktober) bestes Wetter für die traditionelle Tiersegnung vor dem Osnabrücker Dom. Und auch ein gefiederter Gast war vertreten – allerdings nur auf einem Foto.
Pünktlich um 11 Uhr hatten sich die Besitzer von gut 50 Vierbeinern auf dem Domvorplatz versammelt, um ihre tierischen Begleiter segnen zu lassen. Ganz überwiegend waren es, zumindest dem Augenschein nach, Hunde, die mit Herrchen und Frauchen gekommen waren. Größere Tiere wie Pferde oder auch Schildkröten, die Diakon Carsten Lehmann aus früheren Tiersegnungen kannte, fehlten in diesem Jahr.
Ein Wellensittich war zumindest auf einem Foto dabei
Der wohl außergewöhnlichste Teilnehmer war ein Wellensittich, der allerdings nicht persönlich erschienen war. Sein Frauchen hatte stattdessen ein Foto des gefiederten Hausgenossen mitgebracht, damit auch er bei der Segnung berücksichtigt werden konnte.
Die kleine Andacht unter freiem Himmel stand ganz im Zeichen der Schöpfung und der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Tier. Nach Fürbitten und einer Lesung aus der biblischen Schöpfungsgeschichte beteten die Begleiter der gut 50 Vierbeiner gemeinsam das Vaterunser. Diakon Lehmann spendete den Tieren den kirchlichen Segen.
Osnabrücker Tiersegnung erinnert an Franz von Assisi
Die Tiersegnung vor dem Osnabrücker Dom hat eine lange Tradition und findet jedes Jahr rund um den 4. Oktober statt. An diesem Tag erinnert die katholische Kirche an den heiligen Franz von Assisi, den Gründer des Franziskanerordens und Schutzpatron der Tiere.
Der Heilige Franz von Assisi, der vor genau 800 Jahren starb, betrachtete Tiere und Pflanzen als Mitgeschöpfe des Menschen. Seine Achtung vor der Natur und allem Lebendigen prägt bis heute das christliche Verständnis von der Verantwortung des Menschen für die Schöpfung.
Der 4. Oktober ist deshalb nicht nur der kirchliche Gedenktag des Heiligen, sondern wird seit 1931 international auch als Welttierschutztag begangen. In Osnabrück wird diese Tradition mit der jährlichen Segnung vor dem Dom gepflegt, bei der grundsätzlich alle Tiere willkommen sind – vom kleinen Vogel bis zum großen Pferd.
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