Auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland könnte zum Jahreswechsel eine historische Portoerhöhung zukommen. Die Bundesnetzagentur sieht nach aktuellen Berichten für Briefe ab Januar 2027 einen Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent vor. So kräftig wäre das Briefporto in Deutschland bislang noch nie auf einen Schlag gestiegen.
Standardbrief könnte künftig 1,15 Euro kosten
Derzeit kostet ein Standardbrief bei der Deutschen Post 95 Cent. Bei einer Erhöhung um rund 20 Prozent würde er rechnerisch bei etwa 1,14 Euro liegen – ein Preis von 1,15 Euro gilt daher als möglich. Fest steht dieser Betrag allerdings noch nicht. Die 20,35 Prozent beziehen sich auf einen durchschnittlichen Preisspielraum und nicht zwangsläufig auf jede einzelne Briefart. Welche Preise künftig für Standardbriefe, Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxibriefe gelten, muss die Post erst festlegen und genehmigen lassen.
Auch Pakete könnten teurer werden
Für Privatkundenpakete ist nach den aktuellen Berichten ein Anhebungsspielraum von 10,72 Prozent vorgesehen. Für die Geschäftspost steht ebenfalls ein deutlich höheres Porto im Raum. Gerade Firmen, Behörden und Vereine, die weiterhin größere Mengen Briefe verschicken, müssten dann mit höheren Versandkosten rechnen.
Weniger Briefe, höhere Kosten
Hintergrund ist der anhaltende Rückgang der Briefmengen. Während 2005 in Deutschland noch rund 16,9 Milliarden Briefe verschickt wurden, lag die geschätzte Menge 2025 nur noch bei rund 9,4 Milliarden. Gleichzeitig belasten Personal- und Betriebskosten das Postgeschäft. Die Deutsche Post muss trotz sinkender Mengen eine flächendeckende Versorgung organisieren.
Schon Anfang 2025 war der Standardbrief von 85 auf 95 Cent verteuert worden. Die damals genehmigten Preise gelten bis Ende 2026. Sollte der aktuelle Plan umgesetzt werden, wäre das die nächste Erhöhung nach nur zwei Jahren.
Neue Preise sind noch nicht beschlossen
Die Bundesnetzagentur setzt im mehrstufigen Verfahren zunächst den Rahmen für mögliche Preissteigerungen. Erst anschließend beantragt die Deutsche Post die konkreten Entgelte, die von der Behörde geprüft werden. Die neuen Preise sollen ab dem 1. Januar 2027 gelten und den Zeitraum bis Ende 2028 abdecken.
