Urteilsverkündung rückt näher – Angeklagte plant zweitägige Erklärung
Im Mammutprozess gegen Christina Block vor dem Landgericht Hamburg nähert sich die Urteilsverkündung. Wie die 'Mopo' und das 'Hamburger Abendblatt' berichten, wird die Angeklagte sich in der kommenden Woche ausführlich zu den Vorwürfen äußern. Ihr wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus Dänemark in Auftrag gegeben zu haben. Block bestreitet die Vorwürfe vehement.
Richterin beschleunigt Prozess unerwartet
Ein unscheinbarer Satz der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt löste am 70. Verhandlungstag Aufregung aus: Das Selbstleseverfahren, bei dem Richter, Staatsanwälte und Anwälte umfangreiche Unterlagen prüfen, werde am Folgetag abgeschlossen. Dies beschleunigte den Zeitplan unerwartet. Ursprünglich sollte Christina Block ihre Stellungnahme bereits am selben Tag abgeben, doch nach Diskussionen verschob sich dies auf die nächste Woche.
Christina Blocks Erklärung wird historisch lang
Ihre angekündigte Erklärung wird ungewöhnlich lang ausfallen: Eine zweitägige Stellungnahme zu einem solchen Verfahrensteil ist in Strafprozessen selten. Die Unterlagen umfassen unter anderem Belege aus dem Hotel Grand Elysée und ein sichergestelltes digitales Tagebuch der Angeklagten. Die Plädoyers und das letzte Wort der Angeklagten sollen ohne Zuschauer stattfinden, da ein Gutachten über die Kinder und eine Zeugenvernehmung unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt wurden.
Verteidiger sammeln Revisionsgründe strategisch
Während die Beweisaufnahme sich dem Ende nähert, bereiten sich die Verteidiger bereits auf mögliche Revisionen vor. Wie das 'Legal Tribune Online' berichtet, kritisieren sie, dass durch die Aufteilung in verschiedene Ermittlungsverfahren wichtige Erkenntnisse ausgeblendet werden könnten. Die Verteidigung hält fest, welche Fragen nicht beantwortet werden durften, um später Revisionsgründe geltend machen zu können.
Ermittlerin überrascht mit kurzer Aussage
Die leitende Ermittlerin des Hamburger Landeskriminalamts wurde als letzte Zeugin vernommen. Ursprünglich waren mehrere Verhandlungstage für ihre Befragung eingeplant, doch ihre Aussage war schneller beendet als erwartet. Dennoch ist die Beweisaufnahme noch nicht vollständig abgeschlossen: Die Verteidiger wollen weitere Erklärungen und Beweisanträge einreichen, darunter die Vernehmung von Christina Blocks früherem Anwalt Otmar Kury.