Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zweifelt den aktuellen Zeitplan für die Korridorsanierungen der Deutschen Bahn an. Er kündigte eine Überprüfung und Neubewertung an. Der Sanierungsstau im Schienennetz ist zuletzt auf 130 Milliarden Euro gestiegen.
Kritik an Ergebnissen und Netzauswirkungen
"Stand jetzt muss ich feststellen, dass die Korridorsanierungen nicht das Ergebnis gebracht haben, das man sich erhofft hat". Das Konzept der Korridorsanierungen habe zwar in einigen Bereichen Fortschritte gebracht, müsse aber neu geprüft werden, erklärte Bilger den Sendern RTL und ntv.
"Die Anzahl dieser Korridorsperrungen und auch die Auswirkung auf das gesamte Netz müssen wir uns sehr genau anschauen und dann auch eine neue Bewertung vornehmen."
Wenn Zeitpläne nicht eingehalten würden, müsse man handeln, betonte der Minister. "Dann muss man vielleicht schon auch Konsequenzen daraus ziehen." Bilger kündigte an, am Donnerstag mit Bahnchefin Palla darüber zu sprechen.
Die Bahn-Tochter DB-Infrago hatte zuvor in Absprache mit der Bundesregierung das Tempo der Sanierungen verlangsamt. Sämtliche Projekte sollen nun bis Mitte der 2030er-Jahre fertig werden, nicht bereits zu Beginn des nächsten Jahrzehnts.
Trotz der bisherigen Bemühungen ist der Sanierungsstau im Schienennetz zuletzt auf 130 Milliarden Euro angewachsen.