Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem geringen Wirtschaftswachstum. BDI-Chef Peter Leibinger macht dafür vor allem die Folgen des Iran-Kriegs verantwortlich und warnt vor der Gefahr eines faktischen Nullwachstums bei gleichzeitig hoher Inflationserwartung. Vor dem Krieg habe es noch Anzeichen für eine leichte konjunkturelle Erholung gegeben, nun sei er deutlich skeptischer geworden.
BDI senkt Wachstumserwartungen deutlich
BDI-Chef Peter Leibinger erklärte in der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe), dass der Verband nur noch ein geringes Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr erwarte. „Das hängt vom Verlauf des Iran-Kriegs ab“, sagte Leibinger der „Rheinischen Post“ auf die Frage, welche wirtschaftliche Entwicklung er für 2026 erwarte. „Aber selbst bei einem schnellen Ende wäre nennenswertes Wachstum in Deutschland im laufenden Jahr unwahrscheinlich.“
Zu Jahresbeginn sei der BDI noch von einem Wachstum von einem Prozent ausgegangen. Diese Prognose habe sich durch die Folgen des Iran-Kriegs deutlich eingetrübt. Der „Schock durch den Iran-Krieg“ koste jetzt Wachstum „in Größenordnungen von mindestens 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten“, sagte Leibinger laut „Rheinischer Post“.
Risiko von Nullwachstum und hoher Inflation
Leibinger warnte vor den möglichen gesamtwirtschaftlichen Folgen der aktuellen Entwicklung. „Damit steigt das Risiko, dass wir 2026 faktisch von einem Nullwachstum ausgehen bei gleichzeitig hoher Inflationserwartung, was die Lage nicht einfacher macht“, sagte er der „Rheinischen Post“. Weiter erklärte er: „Wir sind faktisch ärmer geworden durch den Iran-Krieg, und der Aufschwung ist verschoben.“
Appell an die Bundesregierung zu Strukturreformen
Vor Ausbruch des Iran-Kriegs habe es nach Angaben des BDI-Präsidenten erste positive Signale aus der Wirtschaft gegeben. Vor dem Krieg habe es „eine leichte Aufhellung der konjunkturellen Frühindikatoren“ gegeben, sagte Leibinger der „Rheinischen Post“. „Aber ich bin skeptischer geworden. Wenn die Regierung die zwei Monate bis zur Sommerpause jetzt nicht für grundlegende Strukturreformen nutzt, droht weiterer wirtschaftlicher Abstieg“, sagte der BDI-Präsident der „Rheinischen Post“.
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