Band lehnt Teilnahme am Glücksgefühle-Festival trotz Entschuldigung ab
Die Band Alphaville wird trotz einer Wiedereinladung nicht beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring auftreten. Wie der WDR berichtet, erklärte Sänger Marian Gold am Donnerstagabend, man nehme die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zwar zur Kenntnis, doch die vorangegangenen Äußerungen hätten eine Atmosphäre geschaffen, in der ein Auftritt nicht infrage komme. Die Gage des ausgefallenen Auftritts werde die Band an eine gemeinnützige Organisation spenden. Die Welt zitiert Gold mit ähnlichen Worten und betont, dass die Band die Entscheidung trotz der Kehrtwende der Veranstalter aufrechterhält.
Festival verbietet politische Äußerungen auf der Bühne
Der Eklat begann, als die Organisatoren Alphaville kurzfristig ausluden, weil man sich nicht darauf einigen konnte, politische Äußerungen auf der Bühne zu unterlassen. In der Absage hieß es, das Festival sei „komplett unpolitisch“ und es gehe um „good vibes only“, wie der WDR weiter berichtet. Gold reagierte empört und sprach auf Instagram von einem „Maulkorberlass“ sowie einem Angriff auf Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit. Diese Einschätzung teilten auch andere Musiker: Campino von den Toten Hosen bezeichnete die Ausladung bei einem Konzert in Münster als „absurd“ und warnte vor einer neuen Grenze, wie der WDR schreibt. Die Welt ergänzt, dass auch Mateo von Culcha Candela die Entscheidung der Organisatoren kritisierte und betonte, seine Band werde sich weiterhin klar gegen Rechtsextremismus positionieren.
Festival-Chef räumt Fehler ein und entschuldigt sich
Als Reaktion auf die öffentliche Kritik räumte Festival-Chef Krampe gegenüber der Bild-Zeitung ein, die Ausladung sei ein Fehler gewesen, und lud Alphaville erneut ein. „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid“, zitiert die Welt Krampe. Auch Mitorganisator Lukas Podolski äußerte sich auf Instagram und begrüßte die Korrektur. Dennoch bleibt Alphaville bei ihrer Absage, wie sowohl der Spiegel als auch die Welt bestätigen. Die Band hatte sich zuvor bei anderen Konzerten der Veranstalter politisch geäußert, insbesondere in der Ansage des Songs „Carry Your Flag“, in der Gold sich gegen rechtsradikale Tendenzen und für Demokratie einsetzte.