Großfahndung nach tödlichen Schüssen in St. Pauli – Hintergründe unklar
In der Nacht zum Mittwoch sind auf einem Fabrikgelände im Hamburger Stadtteil St. Pauli zwei Männer durch Schüsse getötet worden. Zeugen hatten gegen 22 Uhr Schussgeräusche gehört und die Polizei alarmiert, wie der NDR und RTL berichten. Als die ersten Einsatzkräfte in der Lagerstraße nahe der S-Bahn-Station Sternschanze eintrafen, fanden sie zwei schwer verletzte Männer, die noch am Tatort ihren Verletzungen erlagen. Eine offizielle Bestätigung der genauen Umstände durch die Polizei stand zunächst aus, wie die Welt schreibt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, die Mordkommission sichert Spuren am Tatort.
Großfahndung mit Drohnen und 30 Streifenwagen
Die Polizei leitete eine großangelegte Fahndung ein, an der laut einem Sprecher des Lagezentrums „mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen“ beteiligt waren. Die Lagerstraße wurde weiträumig abgesperrt, und eine Drohne durchsuchte das Areal, wie das Hamburger Abendblatt und n-tv berichten. Neben der Mordkommission waren Schutz- und Bereitschaftspolizisten, Bundespolizisten sowie Rettungsdienst und Notarzt im Einsatz. Die Bild-Zeitung sprach von 30 Streifenwagen, die aus dem gesamten Stadtgebiet zusammengezogen wurden.
Tatvorbeziehung vermutet Opfer und Täter kannten sich
Die Ermittler gehen von einer sogenannten „Tatvorbeziehung“ aus, was darauf hindeutet, dass sich Opfer und Täter kannten, wie RTL und n-tv übereinstimmend melden. Eine Gefahr für Anwohner bestehe jedoch nicht, betonte ein Sprecher des Lagezentrums. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Unternehmen, darunter ein Boxclub, ein Restaurant und ein Fleischgroßhändler. Gäste des Restaurants wurden während des Einsatzes gruppenweise aus dem Gebäude gebracht, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Sie hätten von den Schüssen offenbar nichts mitbekommen.
Handgranatenanschlag im Juni noch ungeklärt
Das Fabrikgelände war bereits Ende Juni Schauplatz eines Polizeieinsatzes, als Unbekannte eine Handgranate über eine Mauer in den Hof warfen. Der Sprengsatz explodierte und verursachte Sachschaden, ohne dass Personen verletzt wurden, wie RTL schreibt. Seitdem sucht die Polizei nach dem oder den Tätern – bisher ohne Erfolg. Die genauen Hintergründe der aktuellen Tat sowie mögliche Tatverdächtige sind noch unklar.