Ein 52-Jähriger starb nach Kollision mit Gondel – Ermittlungen laufen
Ein tödlicher Unfall hat das Münchner Oktoberfest überschattet. Ein 52-jähriger Mitarbeiter des Fahrgeschäfts „Hangover“, einem 85 Meter hohen Freefall-Tower, wurde am Montagabend von der herabstürzenden Gondel getroffen und möglicherweise eingequetscht. Trotz Wiederbelebungsversuchen der Einsatzkräfte starb der Mann kurze Zeit später im Krankenhaus, wie news.de und focus.de übereinstimmend berichten. Der Bereich um das Fahrgeschäft wurde für den Rettungseinsatz abgesperrt. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar, wie Polizeisprecher Thomas Schelshorn mitteilte. Der Mann habe sich offenbar in einem Bereich aufgehalten, in dem er nicht hätte sein sollen, doch warum, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Familie und Schausteller trauern um Unfallopfer
Der Betreiber konnte am Morgen nach dem Unfall noch keine Angaben machen, Besprechungen liefen. Die Betreiberfamilie Schneider erklärte in einer Pressemitteilung, sie arbeite eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um die Ursache zu klären. Dirk Metz, Sprecher der Familie, betonte, das Team sei „geschockt und entsetzt“. Auch Yvonne Heckel, Sprecherin der Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller, zeigte sich bestürzt und verwies auf die große Anteilnahme innerhalb der Wiesn-Gemeinschaft. Am Donnerstag soll im Rahmen des Schaustellergottesdienstes Raum für die Trauer um den Kollegen geben werden.
Freefall-Tower bleibt vorerst geschlossen
Laut Polizei und Aicher Ambulanz wurden keine Fahrgäste körperlich verletzt. Allerdings waren Kriseninterventionsteams vor Ort, um Zeugen und Betroffenen zu helfen. Julian Tanzer von der Aicher Ambulanz betonte, die Situation sei trotz der Dramatik kontrolliert und geordnet abgelaufen. Ob und wann der Freefall-Tower wieder geöffnet wird, ist noch unklar. Schausteller-Sprecherin Heckel erklärte dem Bayerischen Rundfunk, dass es voraussichtlich kein technisches Problem gebe und der Tower daher wieder in Betrieb genommen werde, sobald die Sicherheitsbehörden wie Gewerbeaufsichtsamt, TÜV Süd und die Lokalbaukommission ihre Prüfungen abgeschlossen hätten. Der Tower hatte seine Premiere im Juli 2015 und kostete damals 2,8 Millionen Euro.
Wiederholte Pannen bei Wiesn-Fahrgeschäften
Es ist nicht der erste Vorfall mit einem Fahrgeschäft auf der Wiesn in diesem Jahr. Erst am Samstagabend waren Fahrgäste in einem stehengebliebenen Drehkarussell etwa zwei Minuten lang kopfüber hängen geblieben, bevor sie befreit werden konnten. Ursache war ein defekter Sensor, wie news.de berichtet. Der TÜV prüfte das Karussell und gab es noch am selben Abend wieder frei. In den vergangenen Jahren gab es auf dem Oktoberfest bereits mehrere schwere Unfälle, darunter 2024 der Tod eines 20-Jährigen bei einer Testfahrt am Olympia Looping.