Ob Spedition, Handwerksbetrieb oder Lieferdienst: Fahrzeuge sind für viele Unternehmen unverzichtbar – gleichzeitig aber ein erheblicher Kostenfaktor. Kraftstoff, Wartung, Versicherung, Maut und Personalkosten summieren sich. Gerade bei größeren Flotten können deshalb schon kleine Verbesserungen bei Planung und Auslastung einen spürbaren Unterschied machen.
Wer nur einen Firmenwagen betreibt, hat dessen Kosten meist noch relativ gut im Blick. Bei zehn, 20 oder 50 Fahrzeugen sieht das anders aus. Dann wird aus der Verwaltung einzelner Autos oder Lastwagen eine eigene betriebliche Aufgabe.
Fuhrpark wird zunehmend zur Datenfrage
Für Unternehmen entscheidet längst nicht nur der Anschaffungspreis darüber, wie wirtschaftlich ein Fahrzeug eingesetzt wird. Ebenso wichtig sind gefahrene Kilometer, Auslastung, Standzeiten und eine möglichst effiziente Routenplanung.
Dabei hilft zunehmend die Digitalisierung. Telematiksysteme können beispielsweise anzeigen, wo sich ein Fahrzeug befindet, welche Strecke es zurückgelegt hat und wie lange es unterwegs oder im Stillstand war. Disponenten können damit Ankunftszeiten besser abschätzen und auf kurzfristige Änderungen reagieren.
Gerade für die Logistikbranche rund um Osnabrück ist die Zukunft des Lkw-Verkehrs ohnehin ein wichtiges Thema. So hat etwa das Osnabrücker Logistikunternehmen Hellmann seine E-Lkw-Flotte erweitert und setzt neben Elektrofahrzeugen auch auf alternative Kraftstoffe.
Kraftstoff bleibt ein entscheidender Kostenfaktor
Trotz der zunehmenden Elektrifizierung spielt Diesel gerade im Schwerlastverkehr weiterhin eine wichtige Rolle. Entsprechend genau sollten Unternehmen den Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge im Blick behalten.
Dabei geht es nicht allein um den Preis an der Zapfsäule. Auch Fahrweise, Routenplanung, Umwege und unnötiger Leerlauf beeinflussen den tatsächlichen Verbrauch pro Kilometer. Wer Tankvorgänge und Fahrzeugdaten gemeinsam auswertet, kann Auffälligkeiten leichter erkennen und Kosten einzelnen Fahrzeugen zuordnen.
Wie eng die früher getrennten Bereiche inzwischen zusammenrücken, zeigen Lösungen, bei denen tankkarte lkw, Fahrzeugortung und digitale Fuhrparkverwaltung miteinander kombiniert werden. Anbieter Radius etwa verknüpft Tankkarten mit Telematikdaten, so dass unter anderem der Kraftstoffverbrauch pro Kilometer ausgewertet werden kann.
Unnötige Kilometer kosten doppelt
Besonders teuer sind Kilometer, bei denen ein Lastwagen zwar Kosten verursacht, aber keine Ladung transportiert. Komplett vermeiden lassen sich Leerfahrten im Transportgeschäft kaum. Eine gute Disposition kann ihren Anteil jedoch reduzieren.
Dafür muss möglichst genau bekannt sein, welches Fahrzeug sich wo befindet, wann es verfügbar ist und welcher Auftrag sich sinnvoll mit einer bestehenden Tour verbinden lässt. Digitale Fahrzeugortung kann dafür zusätzliche Informationen liefern.
Auch für Kunden hat das Vorteile. Statt lediglich ein großes Zeitfenster für eine Lieferung zu nennen, können voraussichtliche Ankunftszeiten anhand aktueller Fahrzeug- und Routendaten genauer abgeschätzt werden.
Nicht jede Einsparung erfordert neue Fahrzeuge
Wer die Kosten seines Fuhrparks senken möchte, denkt schnell über neue oder sparsamere Fahrzeuge nach. Doch bevor investiert wird, lohnt sich zunächst eine Analyse des bestehenden Fuhrparks.
Welche Fahrzeuge sind besonders viel unterwegs? Wo entstehen auffällig hohe Verbräuche? Welche Fahrzeuge stehen häufig ungenutzt auf dem Hof? Und gibt es regelmäßig Strecken, die besser miteinander kombiniert werden könnten?
Das gilt nicht nur für große Speditionen. Auch Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Lieferunternehmen oder andere Mittelständler mit mehreren Fahrzeugen können von einer systematischen Auswertung profitieren.
Maut und Fahrer gehören ebenfalls zur Rechnung
Bei Nutzfahrzeugen kommt die Lkw-Maut als weiterer Kostenblock hinzu. Das Bundesamt für Logistik und Mobilitätstellt Unternehmen Informationen zu den geltenden Mautregelungen zur Verfügung.
Nicht vergessen werden sollte außerdem der Mensch hinter dem Steuer. Eine vorausschauende und gleichmäßige Fahrweise kann Kraftstoff sparen und zugleich den Verschleiß reduzieren. Telematik kann dabei Hinweise auf Einsparpotenziale liefern, sollte aber nicht lediglich als Kontrollinstrument gegenüber Fahrern verstanden werden.
Für einen wirtschaftlichen Fuhrpark reicht es am Ende nicht, möglichst günstig zu tanken. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fahrzeugen, Kraftstoffverbrauch, möglichst wenigen Leer- und Umwegkilometern, guter Auslastung und sinnvoller Tourenplanung. Je größer eine Flotte wird, desto stärker können dabei auch kleine Optimierungen ins Gewicht fallen.