Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull soll als erster seiner Fraktion angekündigt haben, sich bei einer möglichen Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt zu enthalten. Laut einem Bericht des „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ könnte dies dessen Wahl indirekt ermöglichen.
Krull: Enthaltung bei Siegmund-Wahl
Laut einem Medienbericht soll Krull erklärt haben: "Ich werde mich enthalten". Auf die Nachfrage, ob er eine Zusammenarbeit mit der AfD auf Landesebene grundsätzlich ausschließe, soll er geantwortet haben: "Eine Koalition mit der AfD schließe ich aus."
Krull ist seit 2010 Kreisvorsitzender der CDU Magdeburg und seit zehn Jahren Landtagsabgeordneter. Bei der Wahl am Sonntag zog er über Platz 5 der CDU-Landesliste ein.
Mögliche Folgen für die Ministerpräsidentenwahl
Vor der Wahl war spekuliert worden, dass Siegmund mit Unterstützung aus der CDU-Fraktion gewählt werden könnte. Noch am Wahlabend hatte Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) betont, er erwarte keine Abweichler in seiner Fraktion. Bisher hatte die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD klar ausgeschlossen.
Das BSW hatte zuvor angekündigt, sich in einem möglichen dritten Wahlgang zu enthalten. Zusammen mit Krulls Enthaltung könnte dies Siegmund ins Amt verhelfen, ohne dass er direkt gewählt wird.
Wahlverfahren in Sachsen-Anhalt
In den ersten beiden Wahlgängen benötigt ein Kandidat 42 Stimmen. Scheitert die Mehrheit zweimal, muss der Landtag entscheiden, ob die Wahlperiode beendet wird. Falls nicht, folgt ein dritter Wahlgang, in dem die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen ausreicht.
Eine Enthaltung verringert die erforderliche Stimmenzahl und erhöht die Chance, dass die AfD-Fraktion Siegmund mit ihren Stimmen durchbringt.