Noch vor gut zwei Wochen stand Adrian Beck dem VfL Osnabrück als Gegner gegenüber. Jetzt wechselt der 29-Jährige die Seiten: Der Mittelfeldspieler kommt auf Leihbasis vom 1. FC Heidenheim an die Bremer Brücke und soll dem Team von Trainer Timo Schultz zusätzliche Qualität und Erfahrung verleihen.
Ausgerechnet gegen den VfL in der Startelf
Den Lila-Weißen dürfte Beck noch bestens bekannt sein. Beim Saisonauftakt am 8. August stand er beim 4:3-Heimsieg des 1. FC Heidenheim gegen Osnabrück in der Startelf und spielte bis kurz vor dem Schlusspfiff. Auch eine Woche später beim Spiel gegen Hertha BSC begann der 1,85 Meter große Rechtsfuß von Beginn an.
Nun trägt Beck das VfL-Trikot. Bereits am Montag soll er erstmals gemeinsam mit seinen neuen Mannschaftskollegen trainieren.
79 Bundesliga-Spiele und internationale Erfahrung
Beck bringt reichlich Erfahrung aus den beiden höchsten deutschen Spielklassen mit. 2022 wechselte er vom damaligen Regionalligisten SSV Ulm 1846 nach Heidenheim. Mit dem FCH feierte er bereits in seiner ersten Saison die Zweitliga-Meisterschaft und den erstmaligen Aufstieg des Vereins in die Bundesliga.
Dort etablierte sich Beck schnell. In drei Bundesliga-Spielzeiten absolvierte er insgesamt 79 Partien und erzielte sechs Tore. Besonders erfolgreich war die Saison 2024/25: Beck kam in 32 von 34 Bundesligaspielen zum Einsatz und traf viermal.
Auch international lief der Mittelfeldspieler für Heidenheim auf. In der UEFA Conference League absolvierte er acht Partien. Beim 2:1 gegen Olimpija Ljubljana erzielte er im Oktober 2024 bereits nach sechs Minuten den ersten Heidenheimer Treffer in der Ligaphase eines europäischen Wettbewerbs.
Später Durchbruch im Profifußball
Der Weg des gebürtigen Crailsheimers in die Bundesliga verlief allerdings nicht geradlinig. Über den TSV Gerabronn und den FSV Hollenbach führte ihn sein Weg 2012 in die Nachwuchsakademie der TSG Hoffenheim. Mit der Hoffenheimer U19 erreichte Beck 2015 und 2016 jeweils das Finale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft.
2017 wechselte er zur Sport-Union Neckarsulm in die Oberliga Baden-Württemberg. Dort gelang ihm mit 14 Treffern in einer Saison der Durchbruch im Herrenbereich.
Über den SSV Ulm und einen Abstecher ins Ausland zu Royale Union Saint-Gilloise sowie auf Leihbasis zum Hamilton Academical FC in Schottland führte sein Weg schließlich zurück nach Ulm. Dort entwickelte sich Beck zu einem Leistungsträger der Regionalliga. Insgesamt bestritt er 107 Pflichtspiele für die „Spatzen“, erzielte 27 Tore und bereitete 16 weitere vor.
Im Alter von 25 Jahren gelang ihm schließlich der Sprung in die 2. Bundesliga. Nur ein Jahr später folgte der Aufstieg in die Bundesliga.
VfL sieht zusätzliche Möglichkeiten im Mittelfeld
Technischer Direktor Daniel Latkowski freut sich über die Verpflichtung: „Adrian bringt sehr viel Erfahrung und Qualität mit. In den vergangenen drei Jahren hat er nahezu 80 Bundesliga-Spiele absolviert, dazu kommen Einsätze auf internationaler Bühne. Gleichzeitig ist er topfit, hat in dieser Saison bereits zweimal von Beginn an gespielt und kann uns deshalb ohne lange Anlaufzeit weiterhelfen. Wir sind überzeugt davon, dass er mit seinen Qualitäten unser Mittelfeld verstärken und unserer Mannschaft zusätzliche Möglichkeiten geben wird.“
Auch Joe Enochs, Direktor Fußball beim VfL, sieht in Beck eine wichtige Verstärkung: „Adrian kennt die 2. Bundesliga, hat sich über mehrere Jahre in der Bundesliga behauptet und bringt genau die Erfahrung mit, die uns in unserer aktuellen Situation helfen kann. In unserem System kann er auf beiden Positionen im Mittelfeld eingesetzt werden und gibt uns dort zusätzliche Flexibilität. Dass er an den ersten beiden Spieltagen für Heidenheim in der Startelf stand, zeigt zudem, dass er voll im Rhythmus ist. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für den VfL gewinnen konnten.“
Beck selbst freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe beim VfL. Das Spiel vor wenigen Wochen hat mir gezeigt, welche Energie in dieser Mannschaft steckt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr gut und haben mir direkt ein klares Gefühl dafür gegeben, welche Rolle ich hier übernehmen kann. Ich möchte meine Erfahrung einbringen, der Mannschaft so schnell wie möglich helfen und gemeinsam mit dem Team alles dafür tun, unsere Ziele in dieser Saison zu erreichen. Jetzt freue ich mich darauf, die Jungs kennenzulernen und die Bremer Brücke künftig als VfL-Spieler zu erleben.“
Flexibel einsetzbar
Beck kann auf verschiedenen Positionen im Mittelfeld eingesetzt werden. Neben seiner Spielstärke bringt er Torgefahr aus dem Zentrum, Laufstärke und Erfahrung aus unterschiedlichen Rollen und Spielsystemen mit.
Damit wird aus dem Gegner vom Saisonauftakt nun ein Teamkollege. Beck stößt ab sofort zur Mannschaft von Timo Schultz und soll dem VfL mit seiner Erfahrung möglichst schnell weiterhelfen.
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