Beim Zoo Osnabrück bleibt die finanzielle Lage angespannt. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Zoogesellschaft Osnabrück deutlich. Geschäftsführer Philipp Bruelheide berichtete über Besucherzahlen, steigende Kosten und einen erheblichen Sanierungsstau. Gleichzeitig wurde Mechthild Möllenkamp als Beisitzerin im Präsidium bestätigt.
Hitze lässt Besucherzahlen einbrechen
98 Mitglieder waren am Mittwochabend (30. September) zur Versammlung im neu eröffneten Zoo-Restaurant erschienen. Insgesamt zählt die Zoogesellschaft 2.479 Mitglieder. Präsident Fritz Brickwedde betonte zu Beginn die Bedeutung zoologischer Einrichtungen für den Artenschutz. Als Beispiel nannte er den Wisent: „Zoos sind eine Arche Noah für die Tiere. Der Wisent beispielsweise war in der Natur ausgerottet – vor 100 Jahren gab es noch 12 Wisente in Zoos. Heute 8.000 in der Wildbahn. Das ist nur der Arbeit der Zoos zu verdanken“.
Geschäftsführer Bruelheide machte deutlich, dass der Zoo bei den Besucherzahlen weiterhin unter den Folgen verschiedener Entwicklungen leidet. Ziel der Zoos im Verband der Zoologischen Gärten sei es, wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie zu erreichen. Inflation, Zookritik und vor allem das Wetter machten dieses Vorhaben allerdings schwierig.
Wie stark sich die Temperaturen auswirken können, zeigte sich in diesem Jahr besonders deutlich. An heißen Wochenenden seien bis zu 90 Prozent weniger Besucher gekommen als an Tagen mit Temperaturen um 20 bis 22 Grad.
Der Zoo versucht gegenzusteuern. Eine Maßnahme ist die in diesem Jahr eröffnete Sparkassen-Auenlandschaft. Dort sorgt unter anderem ein großes Nebelfeld für Abkühlung. Auch die Jahreskarten wurden 2025 neu organisiert: Sie gelten inzwischen ein Jahr ab Kauf und nicht mehr bis zum Ende des jeweiligen Kalenderjahres. Bruelheide bezeichnete das neue System als erfolgreich.
Sanierungsstau belastet den Zoo
Neben den Einnahmen bereiten die Ausgaben Sorgen. Nach Angaben der Zoogesellschaft wurde in den vergangenen Jahren viel neu gebaut, während notwendige Instandhaltungen zurückgestellt wurden. Der daraus entstandene Sanierungsstau müsse nun abgearbeitet werden.
Gleichzeitig bleibt der Zoo auf Sparkurs. „Wir haben an allen Ecken und Enden Ausgaben gestrichen – bis es weh tat“, sagte Bruelheide. Teurer wird deshalb auch die Familienmitgliedschaft in der Zoogesellschaft. Der Jahresbeitrag steigt zum 1. Januar 2027 von 170 auf 185 Euro. Die Erhöhung wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen.
Möllenkamp einstimmig bestätigt
Personell bleibt es im Präsidium weitgehend bei den bisherigen Strukturen. Mechthild Möllenkamp, die dem Präsidium seit 2022 angehört, wurde als Beisitzerin einstimmig bei zwei Enthaltungen wiedergewählt.
Daneben standen die langjährigen Mitglieder im Mittelpunkt. Für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Alfred und Brigitte Kerk, Ingrid Kisker sowie Siegfried Niemeyer und Barbara Sievert-Niemeyer geehrt. Seit 40 Jahren gehören Hans Gerd und Ilona Dehnen, Burkhard und Johanna Fromme sowie Franz-Josef und Carla Hillebrandt und Dr. Rudolf und Dr. Marianne Janzen dem Verein an.
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