Der Rohbau steht, das Richtfest ist gefeiert: Die neue Friedensschule an der Rolandsmauer in Osnabrück nimmt sichtbar Gestalt an. Am Montag (24. August) feierte die Stadt gemeinsam mit den am Bau Beteiligten den nächsten Meilenstein für das 59 Millionen Euro teure Schulprojekt. Der Neubau liegt nach Angaben der Stadt voll im Zeitplan. Im Frühjahr 2028 soll das Gebäude fertig sein, in den Sommerferien 2028 ist der Einzug der Friedensschule geplant.
Ein neuer Mittelpunkt für die Innenstadt
Für Oberbürgermeisterin Katharina Pötter ist der Neubau mehr als ein weiteres Schulgebäude. „Und er steht nicht irgendwo, sondern mitten in unserer Stadt, mitten im Herzen unserer Innenstadt. Und das ist, so finde ich zumindest, zweifellos eine richtig gute Nachricht.“
Die Friedensschule entsteht zwischen Hakenstraße und Rolandsmauer. Rund 59 Millionen Euro investiert die Stadt in das Projekt. Der Weg bis zum Rohbau war lang. Seit Jahren wurde über Pläne, Konzepte und die passende bauliche Umsetzung diskutiert. Im November 2025 wurde schließlich der Grundstein gelegt.
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter begrüßte die Gäste zum Richtfest. / Foto: Dominik Lapp
Pötter spricht von Meilenstein
„Nun also feiern wir hier das dazugehörige Richtfest. Und ein Richtfest ist tatsächlich in jeder Hinsicht ein Meilenstein. Es markiert den Punkt, an dem eine Vision und viele Zeichnungen, viele Berechnungen, viele Pläne unübersehbar Gestalt annehmen“, so Pötter. Dass der Bau wie geplant voranschreite, sei für die Oberbürgermeisterin keine Selbstverständlichkeit.
Von der Container-Schule zum preisgekrönten Konzept
Die Friedensschule wurde zum Schuljahr 2021/22 als Oberschule gegründet und startete zunächst in Mobilklassen auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Innenstadt. Trotz der schwierigen räumlichen Bedingungen entwickelte sich die Schule mit ihrem ungewöhnlichen pädagogischen Konzept zu einem Vorzeigeprojekt. Beim Deutschen Schulpreis schaffte sie es unter die besten 15 Schulen Deutschlands.
An der Friedensschule sind die Begriffe bewusst anders gewählt: Schülerinnen und Schüler heißen Lernpartner, Lehrerinnen und Lehrer Lernbegleiter. Statt klassischer Klassenräume entstehen Lernbüros und offene Lernlandschaften. Auch bei den Leistungsnachweisen geht die Schule eigene Wege.
Der Richtkranz hängt am Rohbau der Friedensschule. / Foto: Dominik Lapp
„Hier geht es nicht etwa um den Frontalunterricht, sondern um individuelles und vor allem eigenverantwortliches Lernen auf Augenhöhe“, betonte das Stadtoberhaupt.
Das neue Gebäude soll dieses Konzept räumlich unterstützen. Auf rund 13.200 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstehen offene Lernlandschaften, Räume für Begegnungen, ein Schulgarten und eine moderne Sporthalle mit Dachterrasse., Gebaut wird nach dem nachhaltigen Passivhaus-Standard.
Jetzt geht es an den Innenausbau
Mit dem fertigen Rohbau beginnt nun die nächste Phase des Projekts. Innenausbau und Fassadenarbeiten stehen an. Bis zum geplanten Einzug im Sommer 2028 bleibt damit noch einiges zu tun.
Für das Foto am Richtkranz haben sich unter anderem Stadtbaurat Thimo Weitemeier (links) und Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann (2. v. l.) sowie Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (4. v. l.) und Schulleiter Christoph Wiebke (rechts neben Pötter) aufgereiht. / Foto: Dominik Lapp
Katharina Pötter betonte zugleich, dass der Bau von einer langen Vorgeschichte begleitet wurde – von Architektenwettbewerben und Umplanungen bis hin zu archäologischen Grabungen. Dabei wurden historische Grundmauern des Heger Hofes freigelegt und dokumentiert. „Osnabrücker Geschichte und Osnabrücker Zukunft begegnen sich hier in einer besonderen Weise an diesem wunderbaren Ort.“
Investition in junge Menschen
59 Millionen Euro sind für die Stadt eine große Summe. Pötter sieht darin dennoch vor allem eine Investition in die Zukunft: „Das ist wirklich zweifellos eine gewaltige Summe. Aber ich bin davon überzeugt, dass es eine Investition ist, bei der sich jeder einzelne Euro lohnt.“ Und sie fügt hinzu: „Denn wir investieren hier nicht in Steine – wir investieren eigentlich in die Köpfe junger Menschen, die hier demnächst zur Schule gehen. Und das ist das, worauf es in diesen Tagen doch ankommt.“
Christoph Wiebke, Schulleiter der Friedensschule Osnabrück, mit zwei Lernpartnern. / Foto: Dominik Lapp
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