Angesichts geplanter Verschärfungen im Mietrecht erwägen nach einer laufenden Vermieterbefragung des Eigentümerverbands Haus und Grund mehr als 60 Prozent der privaten Vermieter, ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen. Hintergrund sind verschiedene gleichzeitig geplante Regulierungsvorhaben, die von vielen Vermietern als strukturell relevant wahrgenommen werden. Laut „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) steht dabei weniger eine einzelne Maßnahme im Fokus als vielmehr die Summe der Eingriffe. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mietenpaket II beschlossen, mit dem der Schutz von Mietern verbessert und der Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten gebremst werden soll.
Mehrheit der Vermieter erwägt Rückzug vom Markt
Laut der laufenden Vermieterbefragung von Haus und Grund erwägen 60,5 Prozent der privaten Vermieter, ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen, berichtet das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Ausschlaggebend ist demnach weniger eine einzelne Maßnahme der aktuellen Mietenpolitik, sondern die Summe gleichzeitiger Regulierungsvorhaben.
Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mietenpaket II mit neuen Vorschriften etwa für das möblierte Wohnen und Kurzzeitvermietung beschlossen. Mit dem Vorhaben soll der Schutz von Mietern verbessert und der Anstieg der Mieten in angespannten Wohnungsmärkten gebremst werden.
Kritik an Ausweitung von Schonfristzahlungen
Besonders kritisch sehen viele Vermieter die geplante Ausweitung von Schonfristzahlungen bei Mietrückständen. 68,5 Prozent bewerten dies als starke oder sehr starke Einschränkung. „Der Eingriff betrifft damit einen zentralen Bereich der Vermietung – die Durchsetzbarkeit von Zahlungsansprüchen – und wird entsprechend als strukturell relevant wahrgenommen“, heißt es bei Haus und Grund.
Sorge um Eingriffe bei Indexmieten
Dass bei Indexmieten Steigerungen oberhalb von drei Prozent nur noch teilweise berücksichtigt werden sollen, sorgt die Vermieter ebenfalls. 26 Prozent der Befragten erwarten starke oder sehr starke Einschränkungen. Indexmieten seien für einen relevanten Teil der Mitglieder ein wichtiges Instrument zur Risikosteuerung, erklärte Haus und Grund. Der Eingriff wirke daher direkt auf die wirtschaftliche Kalkulation und die Absicherung gegen inflationsbedingte Kostensteigerungen.
Verbandspräsident Kai Warnecke sagte dem „Handelsblatt“, die Bundesregierung sende mit ihren Plänen das Signal, dass private Vermieter bestraft werden müssten. Dies dämpfe seiner Ansicht nach Investitionsbereitschaft und Neubau – mit negativen Folgen für das Angebot an bezahlbarem Wohnraum.
✨ mit KI bearbeitet