Die investigative CORRECTIV-Dokumentation „Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan“ beschäftigt sich mit dem Umgang der katholischen Kirche mit sexualisierter Gewalt und internen Missbrauchsakten. Im Anschluss an die Vorführung im Cinema Arthouse am 16. August ist ein Filmgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von CORRECTIV, dem Betroffenenrat Nord und dem Bistum Osnabrück geplant.
Recherche führt bis in den Vatikan
Im Mittelpunkt des 72-minütigen Dokumentarfilms steht die Frage, wie die katholische Kirche mit Hinweisen auf sexuellen Missbrauch umgegangen ist und welche Informationen über Jahrzehnte innerhalb kirchlicher Strukturen gesammelt wurden.
Ausgangspunkt der Recherche ist der Fall von Andreas Perr aus Bayern, der als Kind von einem Priester missbraucht wurde. Obwohl die Taten strafrechtlich verjährt sind, kämpft Perr weiterhin um Anerkennung und Wiedergutmachung und fordert vor Gericht Schmerzensgeld vom Erzbistum München und Freising.
Im Zuge der Recherche stößt CORRECTIV nach eigenen Angaben auf interne Kirchendokumente und einen Brief des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. Die Spur führt weiter zu Akten und Schreiben, die im Vatikan gesammelt wurden.
Ähnliche Muster in mehreren Ländern
Für die Dokumentation verfolgen die Journalistinnen und Journalisten Hinweise über Deutschland hinaus unter anderem in die USA, nach Italien, Portugal und Kolumbien. Dabei zeige sich nach Darstellung der Filmemacher immer wieder ein ähnliches Muster: Vorwürfe gegen Priester würden dokumentiert und nach Rom gemeldet, Konsequenzen blieben jedoch teilweise aus oder erfolgten erst Jahre später.
Der Film beschäftigt sich damit, welche Informationen im Vatikan vorlagen, wer Entscheidungen über den Umgang mit beschuldigten Geistlichen traf und weshalb zahlreiche Dokumente bis heute nicht öffentlich zugänglich sind.
Neben internen kirchlichen Strukturen stehen auch Betroffene im Fokus, die für Aufarbeitung und Entschädigung kämpfen. Zudem begleitet die Dokumentation Initiativen, die eigene Archive aufbauen, sowie Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Recherche.
Gespräch mit CORRECTIV und Betroffenenrat
Die Vorführung findet in Zusammenarbeit mit dem Betroffenenrat Nord statt. Das unabhängige Gremium vertritt Betroffene von sexualisierter Gewalt in den Bistümern Osnabrück und Hildesheim sowie im Erzbistum Hamburg.
Im Anschluss an den Film ist ein Gespräch über die Recherche und den Umgang mit Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche geplant. Daran teilnehmen sollen eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von CORRECTIV, Simon Kampe als Ombudsmann für Betroffene im Schutzprozess des Bistums Osnabrück sowie Ilona Düing und Max Ciolek vom Betroffenenrat Nord. Die Teilnehmenden wollen dabei sowohl über die im Film dargestellten Strukturen als auch über die Situation von Betroffenen und den weiteren Aufarbeitungsprozess sprechen.
Investigative Dokumentation aus dem Jahr 2026
„Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan“ ist eine Produktion aus dem Jahr 2026. Regie führte Cem Bozdoğan. Der Film hat eine Laufzeit von 72 Minuten und ist ab zwölf Jahren freigegeben. Tickets gibt es auf der Website vom Cinema Arthouse im Vorverkauf.
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