Nach dem Ende des Tankrabatts haben der Tankstellen-Verband TVI und die Grünen scharfe Kritik an den Mineralölkonzernen geäußert. Anlass sind deutliche Preissprünge an den Zapfsäulen, die nach ihren Angaben pünktlich um 12 Uhr mittags einsetzten. Beide Seiten sprechen von „Abzocke“ zulasten der Verbraucher und machen die Ölkonzerne sowie die Bundesregierung verantwortlich.
Kritik des Tankstellen-Verbands an Preissprüngen
Der Tankstellen-Interessenverband TVI hat nach dem Auslaufen des Tankrabatts entsetzt auf die Preisentwicklung reagiert. Verbandssprecher Herbert Rabl sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe): „Wir sind geschockt und aufgebracht.“ Mit Blick auf das Verhalten der Mineralölkonzerne sprach er von einer „Unverschämtheit erster Güte“.
Rabl bezog sich nach Angaben des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ auf die Preissprünge an den Tankstellen ab 12 Uhr mittags sowie auf die massive Erhöhung der Spritpreise bereits am Vortag. Die eigentliche Unverschämtheit bestehe seiner Ansicht nach darin, „dass unter den Tankstellen in der Regel noch Sprit liege, der noch steuerbegünstigt sei“. Man könne sich als Verbraucher, so Rabl wörtlich, „gar nicht genug aufregen über diese Abzocke“.
Grünen-Fraktionsvize spricht von „Abzocke der Öl-Konzerne“
Ähnlich wie der TVI äußerte sich Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. „Erster Tag nach dem Tankrabatt und pünktlich um 12 Uhr knallen die Preise durch die Decke, genau zum Beginn der Urlaubszeit. Die Abzocke der Öl-Konzerne geht weiter“, sagte er den Zeitungen, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet.
Audretsch kritisierte zudem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf. Er warf ihm vor, Hunderte Millionen Euro „direkt in den Rachen der Konzerne versenkt“ zu haben. Das Geld hätte seiner Ansicht nach sinnvoller investiert werden können, sagte Audretsch laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ und forderte Investitionen in den Klimaschutz sowie eine Absenkung der Stromsteuer.
Forderung nach anderer Verwendung öffentlicher Mittel
Der Grünen-Politiker stellte im Gespräch mit den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in Aussicht, dass mit anderen Schwerpunkten der Politik eine doppelte Wirkung hätte erzielt werden können. „1,6 Milliarden Euro für Entlastung und für Zukunft und Klimaschutz zugleich wäre möglich gewesen, Friedrich Merz hat sich einmal mehr für Subventionen für die Öl-Konzerne und viel Geld für die Vergangenheit entschieden“, kritisierte Audretsch.
