Der Unternehmer und Regierungsberater Harald Christ hat sich offen für höhere Steuern auf hohe Einkommen gezeigt, warnt jedoch zugleich vor einer übermäßigen Belastung von Familienunternehmen bei der Erbschaftsteuer. Zugleich kritisiert er aus seiner Sicht fehlende Verlässlichkeit bei den Rahmenbedingungen für private Investitionen in Deutschland und spricht von einem „Investitionsstreik“.
„Menschen, die sehr viel verdienen“
Unternehmer und Regierungsberater Harald Christ hält höhere Steuern für Spitzenverdiener für zumutbar. „Menschen, die sehr viel verdienen – und dazu gehöre auch ich -, könnten durchaus auch etwas höhere Steuern verkraften“, sagte Christ dem „Focus“. Voraussetzung für eine solche Mehrbelastung sei für ihn, „dass die zusätzlichen Einnahmen dazu beitrügen, Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen“, so Christ weiter laut „Focus“.
Warnung vor Folgen der Erbschaftsteuer
Bei der Erbschaftsteuer mahnt Christ zu Zurückhaltung gegenüber sogenannten Familienunternehmen. Die Politik müsse verhindern, dass die Steuer „den Ausverkauf des deutschen Mittelstands an ausländische Investoren begünstigt“, sagte er dem „Focus“. Bestimmte Härtefallausnahmen und Auslegungen, „die möglicherweise nicht im Sinne des Gesetzgebers genutzt würden“, könne man jedoch kritisch überprüfen, erklärte Christ laut „Focus“.
Kritik an unsicheren Rahmenbedingungen
Christ fordert von der Bundesregierung verlässlichere Rahmenbedingungen für private Investitionen. Viele Firmen verfügten über ausreichend Geld und seien grundsätzlich bereit zu investieren, warteten aber auf Klarheit über die Körperschaftssteuer und Reformen, sagte er dem „Focus“. „Wir erleben gerade quasi einen Investitionsstreik“, so Christ gegenüber dem Magazin.
