US-Präsident wirft Presse „Fake News“ vor und scherzt über Kandidatur 2028
US-Präsident Donald Trump hat bei seiner ersten Rede als Präsident beim traditionellen Korrespondentendinner in Washington die Medien scharf kritisiert. Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf die dpa berichtet, warf er den Journalisten vor, „Fake News“ zu verbreiten. Gleichzeitig zeigte er sich zeitweise anerkennend über die Arbeit der Presse, wie die New York Times schildert. In seiner Rede erklärte Trump: „Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite.“ Es gebe dann niemanden mehr, über den sich Berichterstattung lohne, da „niemand sich für irgendjemand anderen interessiert“.
Schussvorfall unterbricht Dinner mit Trump
Das Dinner fand als Nachholtermin statt, nachdem ein Schussvorfall vor rund drei Monaten die ursprüngliche Veranstaltung unterbrochen hatte. Wie Reuters berichtet, hatte ein bewaffneter Mann versucht, eine Sicherheitsschleuse zu überwinden, und außerhalb des Ballsaals einen Schuss abgegeben. Ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt, Trump und die anwesenden Ehrengäste wurden in Sicherheit gebracht. Der Tatverdächtige plädierte im Mai auf nicht schuldig; ihm wird unter anderem die versuchte Ermordung des Präsidenten vorgeworfen.
Trump preist sich als Pressefreiheits-Vorkämpfer
Trump betonte in seiner Rede, er glaube „mehr als jeder andere in diesem Raum“ an die Pressefreiheit, wie Reuters zitiert. Zugleich lobte er sich selbst als „offensten und transparentesten Präsidenten der Geschichte“. Der US-Präsident hat in der Vergangenheit wiederholt Medien öffentlich kritisiert und juristisch gegen Berichterstattung vorgegangen, die er als unzutreffend ansah.
Trump kündigt vierte Amtszeit an – verfassungswidrig
In seiner mehr als einstündigen Ansprache schweifte Trump laut dpa immer wieder ab. Er lobte sein Kabinett, sprach über Pläne für einen Ballsaal am Weißen Haus und zeigte sich begeistert von Käfigkämpfen zu seinem 80. Geburtstag. Am Ende der Rede zog er laut NBC News eine rote „Trump 2028“-Kappe hervor und setzte sie auf. Scherzend kündigte er an, für eine vierte Amtszeit kandidieren zu wollen – was nach der US-Verfassung ausgeschlossen ist.
Trump attackiert Gegner und kritisiert eigene Rede
Teile der Rede enthielten Angriffe auf politische Gegner, darunter Politiker wie Adam Schiff und Chris Christie sowie Prominente wie Jane Fonda und Bruce Springsteen, wie Reuters und die New York Times berichten. Trump kritisierte zudem Teile seiner eigenen Rede und bezeichnete sie als „verdammt dumm“. Sein Fazit des Abends fiel ernüchtert aus: „Es war ein interessanter Abend. Ich wusste wirklich nicht, was mich erwartet. Und es ist weit schlimmer, als ich tatsächlich dachte.“