Wenn aus Ton Ziegel werden, steckt dahinter ein Stück Industriegeschichte. Wie sich die Herstellung über Jahrzehnte verändert hat und was von der einstigen Arbeitswelt geblieben ist, zeigt eine neue Fotoausstellung im Museum Industriekultur (MIK) Osnabrück. Unter dem Titel „Industriekultur andernorts – Die Ziegeleien Lage und Hollage“ stellt die Fotografische Gesellschaft Osnabrück zwei ganz unterschiedliche Orte der Ziegelproduktion gegenüber. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag (13. September) um 11:00 Uhr – passend zum „Tag des offenen Denkmals“. Der Eintritt ist frei, das Museum ist von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Vom Tonstich bis zum fertigen Ziegel
Im Mittelpunkt stehen Fotografien aus der historischen Ziegelei Lage in Ostwestfalen und dem noch heute produzierenden Hollager Ziegelwerk. Die Bilder dokumentieren die einzelnen Schritte der Ziegelherstellung: vom Abbau des Tons über die Verarbeitung zu Rohlingen bis zum Brennen und fertigen Ziegel.
Dabei treffen Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar aufeinander. Die Ziegelei Lage war von 1909 bis 1979 ein Familienbetrieb. Seit 2001 ist die Anlage vollständig erhalten und als Industriemuseum zugänglich. In Hollage dagegen wird noch immer gearbeitet: Bei Berentelg & Hebrok entstehen bis heute Klinker aus Ton.
So macht die Ausstellung sichtbar, wie unterschiedlich Industriegeschichte weiterleben kann – als bewahrtes Museum auf der einen und als weiterhin produzierender Betrieb auf der anderen Seite.
Im Mittelpunkt stehen Fotografien aus der historischen Ziegelei Lage und dem noch heute produzierenden Hollager Ziegelwerk. / Foto: Dominik Lapp
Fotografen entdecken Industrieorte
Die Ausstellung gehört zur Reihe „Industriekultur andernorts“, mit der die Fotografische Gesellschaft Osnabrück seit mittlerweile sechs Jahren regelmäßig Einblicke in industrielle Orte außerhalb Osnabrücks gibt.
Für Museumsdirektorin Dr. Vera Hierholzer ist die Zusammenarbeit zugleich Teil einer Öffnung des Hauses für Vereine. „Wir wollen unser Museum weiter öffnen“, erklärte sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die neue Ausstellung soll dabei nicht nur Technik und Produktionsabläufe zeigen, sondern auch den Blick auf Industrieorte lenken, die vielen Besucherinnen und Besuchern bislang möglicherweise unbekannt sind. „Unserem Publikum wollen wir mit der neuen Sonderausstellung zeigen, welche Industrieorte andernorts es gibt“, so Hierholzer.
Ziegel als Teil der Zukunft
Thematisch ergänzt die Fotoausstellung die derzeitige Sonderausstellung „Zukunft Bauen. Wie wollen wir wohnen und leben?“, die noch bis zum 1. November im MIK zu sehen ist. Während dort der Blick auf zukünftiges Bauen, Wohnen und Leben gerichtet wird, zeigt die Fotografische Gesellschaft mit ihren Bildern, welche Geschichte hinter einem der ältesten Baustoffe steckt.
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