Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) belegt: Die 2024 eingeführten Hybrid-DRGS-Fallpauschalen führten 2025 zu Mehrausgaben von 360 Millionen Euro. Statt Kosten zu senken, stiegen die Operationszahlen um 17 Prozent. Die AOK fordert nun eine Korrektur.
Ungewollter Anstieg der Operationszahlen
Die von der Ampelkoalition 2024 beschlossene Neuregelung sollte Operationen aus Krankenhäusern in ambulante Praxen verlagern und so Kosten sparen. Doch laut der WIdO-Analyse, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorab vorlag, stieg die Zahl der Eingriffe stark an – etwa bei Leistenbrüchen oder Gallenblasensteinen.
Vertragsärzte und Krankenhäuser erhalten seit 2024 für bestimmte Eingriffe gleich hohe Vergütungen. Während die Krankenhäuser damit weniger erhielten als zuvor, stiegen die Einnahmen der Vertragsärzte deutlich. Das Ziel, mehr Behandlungen ambulant durchzuführen, wurde zwar erreicht, doch die Gesamtfallzahlen erhöhten sich um 17 Prozent.
AOK fordert Nachbesserung der Regelungen
Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, kritisiert die Regelung scharf. Die Neuregelung sei „zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht“, sagte sie der FAZ. „höchste Zeit, dass der Gesetzgeber die Regelungen nachbessert“, betonte Reimann.
Konkrete Forderung: Die Fallpauschalen sollen um 30 Prozent gesenkt werden, um die ungewollten Mengeneffekte und die daraus resultierenden Mehrkosten für die gesetzlichen Krankenkassen zu vermeiden.