Der Wirtschaftsrat der CDU verlangt zum Tag der Deutschen Einheit eine stärkere Bündelung der wirtschaftlichen Kräfte in Ostdeutschland. Generalsekretär Wolfgang Steiger betont, die Region müsse von einer Aufhol- zur Wachstumsregion werden. Dafür seien neue Politikansätze und engere Zusammenarbeit nötig.
Bessere Vernetzung der Kraftzentren
"Ostdeutschland hat gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen Wandel flexibel und selbstbewusst gestalten", sagte der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Seit der Wiedervereinigung hätten die Menschen enorme Veränderungen bewältigt und wirtschaftlich viel erreicht.
Doch Ostdeutschland dürfe nicht länger nur Aufholregion sein – es müsse zur Wachstumsregion werden.
Gemeinsame Raumplanung und Infrastruktur
Eine neue Wirtschaftspolitik soll bestehende Schwächen bewusst und nachhaltig ausgleichen sowie die Voraussetzungen für selbsttragendes Wachstum schaffen. Entscheidend sei, "Ostdeutschlands wirtschaftliche Stärken besser zu bündeln", so der Generalsekretär weiter.
Als Beispiele nennt Steiger die Start-up-Metropole Berlin und die im Umkreis von 200 Kilometern liegenden Hochschul- und Industriestandorte Magdeburg, Halle, Leipzig und Dresden.
Forderung nach engerer Zusammenarbeit
Diese Standorte sollten durch eine gemeinsame Raumplanung und Strukturpolitik stärker als gemeinsamer Wirtschaftsraum gedacht werden. "Dafür müssen die Länder ihr Silodenken überwinden und bei Infrastruktur und Wirtschaftsförderung enger zusammenarbeiten", so Steiger. Die Region verfüge über starke Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industriestandorte, schöpfe ihr gemeinsames Potenzial aber noch nicht aus.
"Gleichzeitig gilt es, die wirtschaftlichen Kraftzentren durch schnelle und verlässliche Verkehrsverbindungen besser zu vernetzen". Davon könnten gerade strukturschwächere Landesteile profitieren. Als Vorbild verweist Steiger auf den Ballungsraum München, der in den 1970er und 1980er Jahren weit über die Stadtgrenzen hinaus zum Wachstumstreiber für Bayern geworden sei.