Polizei fahndet nach Tatverdächtigem – Dobrindt spricht von islamistischem Terror
Am späten Samstagabend ist am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein weißer Kleinbus in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Dabei kam eine Frau ums Leben, mindestens 29 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere schwer, wie der Tagesspiegel und die tagesschau berichten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „islamistischen Terroranschlag“ und bestätigte, dass der Tatverdächtige Abdul B. flüchtig sei.
Terrorverdacht: Gefährder mit IS-Kontakten verurteilt
Der 21-Jährige, deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, soll dem islamistischen Milieu zugerechnet werden und bereits durch Radikalisierung sowie Vorstrafen aufgefallen sein. Laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung war B. als „Gefährder“ eingestuft und hatte versucht, sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Im Mai 2026 wurde er wegen Vorbereitung einer terroristischen Straftat zu einer Jugendstrafe verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Festnahme nach Macheten-Attacke läuft auf Hochtouren
Die Polizei prüft zudem, ob der Täter nach der Fahrattacke mit einer Machete auf Passanten losging. Noch in der Nacht zum Sonntag soll es nach rbb-Informationen eine Festnahme gegeben haben. Dabei handele es sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft, der möglicherweise als Beifahrer im Tatfahrzeug saß. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Generalstaatsanwaltschaft Berlin und das Landeskriminalamt haben die Federführung übernommen.
Merz nennt Anschlag Angriff auf die Gesellschaft
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft“ und kündigte eine lückenlose Aufklärung an. In Berlin und anderen Städten fanden Trauerkundgebungen statt, bei denen Tausende der Opfer gedachten. Die Charité behandelte acht Verletzte, vier davon auf Intensivstationen, wie ein Klinikumssprecher mitteilte. Trotz des Anschlags sollen andere CSD-Veranstaltungen wie in Stuttgart oder Hamburg wie geplant stattfinden, allerdings mit erhöhter Polizeipräsenz.