Die Beschäftigten der Schüchtermann-Klinik wollen mehr Geld – und keine längeren Arbeitszeiten. Am Donnerstag haben 110 Mitarbeiter am Haupteingang der Klinik eine Unterschriftenliste an die Geschäftsführung übergeben. Damit wollen sie die Forderungen der Gewerkschaft ver.di in der laufenden Tarifrunde unterstützen.
Arbeitgeber fordert längere Arbeitszeit
Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro zusätzlich für die Beschäftigten. Für Auszubildende sollen es 150 Euro mehr sein. Nach Angaben der Gewerkschaft haben rund 400 Beschäftigte der Klinik die Forderungen mit ihrer Unterschrift unterstützt.
In der ersten Verhandlungsrunde lehnte der Arbeitgeber die Forderungen ab und stellte eine Verlängerung der Arbeitszeit als Bedingung für Lohnerhöhungen in den Raum. Bei den Beschäftigten stößt das auf Widerstand.
„Wir erteilen der Forderung der Geschäftsführung nach Arbeitszeitverlängerung eine klare Absage. Wer Mehrarbeit vom Klinikpersonal fordert, hat nicht verstanden unter welcher Belastung wir bereits die Gesundheitsversorgung am Laufen halten. Für unseren Einsatz verdienen wir Wertschätzung, keine Entwertung!“, so Boris Mansfeld, Fachkrankenpfleger auf der Intensivstation und Mitglied der ver.di-Tarifkommission.
Seit Jahren fordern die Beschäftigten zudem eine Entlastung durch mehr Personal. Nach Ansicht von Mansfeld ist eine bessere Bezahlung auch notwendig, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.
„Bei den weiter steigenden Lebenshaltungskosten und den Spritpreisen muss eine Lohnerhöhung her. Alles andere ist blanker Hohn für unseren Einsatz. Wir 400 Kolleg*innen stehen geschlossen hinter den ver.di Forderungen.“
Fachkräfte sollen gehalten werden
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Krankenhäuser seien den Beschäftigten bewusst, sagt Mansfeld. Gleichzeitig müsse die Klinik als Arbeitgeber attraktiv bleiben.
„Wir wissen, dass die Finanzierung der Krankenhäuser mit der neuen Gesetzeslage schwieriger geworden ist. Doch der Standort muss attraktiv bleiben, denn ohne Beschäftigte gibt es keine Zukunft für die Schüchtermann-Klinik.“
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