Thüringens Verbraucherschutzministerin Beate Meißner (CDU) verlangt mehr Offenheit bei der Bonitätsbewertung durch die Schufa. Die Scores entscheiden über Girokonten, Kreditkarten oder Ratenkäufe – und haben damit direkte Auswirkungen auf den Alltag.
Neues Bewertungssystem mit Einschränkungen
Seit dem Frühjahr 2026 nutzt die Schufa eine Skala von 100 bis 999 Punkten für die Bonitätsbewertung. Die Bewertung basiert auf zwölf öffentlich einsehbaren Kriterien. Erstmals erhalten Verbraucher und Unternehmen denselben Score. "Hinter einem Schufa-Score steht immer ein Mensch. Und für diesen Menschen kann eine Zahl ganz konkrete Folgen haben", sagte Thüringens Verbraucherschutzministerin Beate Meißner (CDU) am Sonntag.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband betont jedoch, dass zunächst nur 25 Prozent der Schufa-Vertragspartner den neuen Score nutzen. Die alten Branchen-Scores seien noch im Umlauf. „Der Ansatz, mehr Transparenz zu schaffen, ist richtig und begrüßenswert“. „Die Menschen müssen wissen, warum und aufgrund welcher Daten sich die Bewertung ihrer Bonität geändert hat.“
Bundesweite Fallsammlung zu Problemen
Die Verbraucherzentralen berichten von vermehrten Hinweisen auf Probleme, Unklarheiten und mögliche Benachteiligungen. Die Verbraucherzentrale Thüringen sammelt daher bis zum 31. August bundesweit Fälle, in denen falsche oder veraltete Daten über die Schufa-App nicht oder nur schwer korrigierbar sind.
Gesucht werden auch Berichte über unerwartet niedrige oder verschlechterte Scores.