Drei Männer sollen im Auftrag Russlands Anschläge auf Transportwege geplant haben.
In Stuttgart wird heute das Urteil gegen drei junge Männer erwartet, die als Agenten im Auftrag Russlands Anschläge auf den Güterverkehr in Deutschland vorbereitet haben sollen. Wie die Pforzheimer Zeitung berichtet, wirft die Bundesanwaltschaft den Ukrainern im Alter von 22, 25 und 30 Jahren Agententätigkeit und die Verabredung zu Brandanschlägen vor. Demnach sollen sie im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt haben, um Routen und Transportabläufe auszuspionieren. Im nächsten Schritt hätten sie Pakete mit Brandsätzen verschicken sollen, die sich während des Transports entzünden. Die Vorbereitung der Anschläge sei jedoch bereits gescheitert. Die Bundesanwaltschaft forderte Haftstrafen zwischen 2 Jahren und 9 Monaten sowie 4 Jahren und 3 Monaten, während die Verteidiger Freisprüche beantragten.
Russischer Mordanschlag auf ukrainischen Offizier vereitelt
Ein weiterer Fall mutmaßlicher Agententätigkeit wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschrieben. Drei Männer, darunter ein armenischer Staatsangehöriger, sollen im Auftrag des russischen Geheimdienstes einen Mordanschlag auf den in Deutschland lebenden ukrainischen Offizier Mikael S. vorbereitet haben. Die Bundesanwaltschaft vermutet, Russland habe sich an S. rächen wollen, da dieser angeblich an der Exekution russischer Soldaten im März 2022 beteiligt war. Die Observation der Zielperson fand im Juni 2024 in einem Frankfurter Café statt, doch S. schöpfte Verdacht und informierte die Behörden. Die Ermittler griffen ein, als die mutmaßlichen Agenten nach vergeblichem Warten in einen VW Passat stiegen.
Spionagefälle in Hessen steigen auf Rekordniveau
Die Sicherheitsbehörden beobachten eine Zunahme von Spionageaktivitäten, die nicht nur Russland, sondern auch China und Iran zugeschrieben werden. In Hessen wurden allein im vergangenen Jahr 1800 Spionagevorgänge registriert, die auf russische Geheimdienste zurückgehen sollen. Für dieses Jahr wird mit über 2100 Fällen gerechnet. Zudem gibt es Hinweise auf transnationale Repression, bei der Regimegegner in Deutschland überwacht oder eingeschüchtert werden. Auch Cyberangriffe durch chinesische Gruppierungen, die Zero-Day-Schwachstellen ausnutzen, werden von den Behörden beobachtet.
Verdacht auf russische Sabotageakte in deutscher Logistik
Der aktuelle Fall in Stuttgart erinnert an einen Vorfall im Jahr 2024, als sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket entzündete. Sicherheitskreise vermuten, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert wurde. Erst Anfang August wurde am Leipziger Flughafen eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.