Rekordhohe Spritpreise lassen Verbraucherpreise im September stark ansteigen.
Die Inflation in Deutschland ist im September erstmals seit fast drei Jahren wieder über die Marke von drei Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im August hatte die Teuerungsrate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Haupttreiber des Anstiegs sind die massiv gestiegenen Energiepreise, insbesondere bei Kraftstoffen. Laut Automobilclub ADAC mussten Verbraucher im September mehrfach Rekordpreise für Diesel und Benzin bezahlen, was vor allem auf die Sorgen um die globale Ölversorgung im Zuge des Nahost-Konflikts zurückzuführen ist.
Ölpreis über 100 Dollar treibt Energiepreise in die Höhe
Der Preis für Brent-Öl stieg zeitweise deutlich über 100 Dollar je Barrel, wie der Spiegel und die Tagesschau berichten. In Nordrhein-Westfalen etwa kostete Diesel 48,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Benzin 33,8 Prozent und Heizöl sogar 49,9 Prozent mehr. Energie insgesamt verteuerte sich bundesweit um 14,9 Prozent, nach 10,5 Prozent im August. Nahrungsmittel stiegen hingegen nur um 0,4 Prozent, Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen um 2,7 Prozent.
Tankrabatt soll Inflation um 0,3 Punkte senken
Die Kerninflation, also die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, lag bei 2,4 Prozent. Von August auf September zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent an. Die Bundesregierung reagiert mit einem erneuten Tankrabatt, der ab dem 1. Oktober bis Jahresende gilt und die Steuern auf Sprit um rund 17 Cent je Liter senken soll. Ökonomen wie Holger Schmieding von der Berenberg Bank erwarten, dass dieser die Inflation im Oktober um etwa 0,3 Prozentpunkte dämpfen wird, wie die Welt und der Spiegel berichten.
Unternehmen geben Energiekosten an Kunden weiter
Gleichzeitig warnen Experten des Ifo-Instituts, dass Unternehmen die gestiegenen Energiekosten zunehmend an Kunden weitergeben werden. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser betonte, dass im Winter mit weiteren Preiserhöhungen für Strom und Gas zu rechnen sei. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) könnte auf die anhaltend hohe Inflation reagieren. Volkswirte rechnen mit weiteren Zinserhöhungen, nachdem die EZB den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal auf aktuell 2,50 Prozent angehoben hat.