Sprengvorrichtungen nahe Jänschwalde gefunden – Stromversorgung stabil
In Brandenburg ist es am Morgen zu einem Vorfall an einem Umspannwerk in Turnow-Preilack nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde gegen 8.00 Uhr eine mögliche Sachbeschädigung an einer Hochspannungsleitung festgestellt. Das Gelände wurde großräumig abgesperrt, Entschärfer waren im Einsatz. Laut dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz handele es sich bei den gefundenen Vorrichtungen um selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Vor Ort seien weitere, noch nicht gestartete Flugkörper entdeckt worden, wie das Handelsblatt berichtet. Die allgemeine Stromversorgung blieb zu keiner Zeit beeinträchtigt, betonte 50Hertz.
Brandenburgs Stromnetz im Visier mutmaßlicher Anschläge
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem „Anschlagsversuch“ auf die Stromversorgung und verwies auf die „besorgniserregend hohe Frequenz“ solcher Vorfälle. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg übernahm die Ermittlungen. Eine Polizeisprecherin betonte, dass die Hintergründe noch unklar seien und die Ermittlungen zeigen müssten, ob es sich um einen mutmaßlichen Anschlag handele, wie die Tagesschau berichtet.
Kurzschluss durch leitfähiges Material geplant
Nach Angaben des brandenburgischen Innenministers Michael Redmann (SPD) sei das Ziel gewesen, durch leitfähiges Material einen Kurzschluss herbeizuführen. Dies sei in zwei Fällen gelungen, sagte Redmann gegenüber n-tv. Ein Feuerball sei zu sehen gewesen, vermutlich durch einen Kurzschluss in einer Höchstspannungsleitung. Der Betreiber LEAG bestätigte einen technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk Jänschwalde als Sicherheitsmaßnahme, der am Abend wieder ans Netz gehen sollte.
Keine Raketen – nur unklare Zahl an Vorrichtungen
Die Märkische Allgemeine hatte zuvor von einem Foto mit Sprengstoff bestückten Raketen berichtet, was eine Sprecherin des LKA jedoch widersprach: „Wir reden hier nicht von Raketen.“ Auch die Zahl der gefundenen Vorrichtungen war zunächst unklar. Innenminister Redmann sprach von einer zweistelligen Anzahl weiterer Vorrichtungen, die auf dem Gelände gefunden worden seien.
Ähnliche Angriffe häufen sich in Berlin und Brandenburg
In den vergangenen Monaten gab es bereits ähnliche Vorfälle. Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet, wodurch rund 45.000 Haushalte tagelang ohne Strom waren. Ob es Zusammenhänge mit dem aktuellen Vorfall gibt, ist noch unklar.