Dem Audi-Hauptwerk in Ingolstadt droht 2026 offenbar eine extrem schwache Auslastung. Laut "Handelsblatt" werden voraussichtlich nur rund 325.000 Fahrzeuge produziert – deutlich unter der Kapazität von 450.000 Pkw pro Jahr. Weniger Autos hat Audi in Ingolstadt nur während der Hochphase der Coronapandemie 2021 gebaut.
Elektro-SUVs und Konkurrenzdruck belasten Produktion
Audi hat offenbar mit einer schwachen Nachfrage nach Elektromodellen wie dem A6 e-tron und dem Q6 e-tron zu kämpfen, die beide in Ingolstadt gefertigt werden. Beim Q6 e-tron macht sich derzeit vor allem das Angebot der Konkurrenten BMW und Mercedes bemerkbar. Die kürzlich aufgelegten Elektro-SUVs GLC und iX3 von BMW und Mercedes machen Audi die Kundschaft streitig.
Zu den konkreten Produktionszahlen für das laufende Jahr äußerte sich Audi auf Anfrage nicht.
VW-Konzern plant US-Produktion für Audi-SUVs
Die schwache Auslastung in Ingolstadt fällt mit Plänen des Volkswagen-Konzerns zusammen, in eine eigene Audi-Produktion in den USA zu investieren. Am Freitag berät der Aufsichtsrat über die Nordamerika-Strategie.
Demnach sollen alle großen, in den USA beliebten SUV-Modelle, die derzeit in Bratislava produziert werden, künftig in einem US-Werk gefertigt werden. Betroffen wären die neu aufgelegten Modelle Q9 und Q7. "In Bratislava wird noch die aktuelle Generation von Q9 und Q7 gebaut. In einem neuen US-Werk von Audi könnten dann Anfang der 2030er-Jahre die Facelifts der jeweiligen Modelle gefertigt werden", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Audi wollte die Pläne nicht kommentieren.