Außenminister Wadephul trifft in Ottawa auf Spitzenpolitiker für strategische Partnerschaft.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat seinen Aufenthalt bei der UN-Generaldebatte in New York für einen eintägigen Besuch in Kanada unterbrochen. In Ottawa führt er Gespräche mit der Außenministerin Mélanie Joly, Verteidigungsminister David McGuinty und Handelsminister Mary Ng, wie der Deutschlandfunk berichtet. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Energie und Technologie sowie die maritime Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktisregion. Laut einer Sprecherin des Auswärtigen Amts soll der Besuch weitere Schritte hin zu einer strategischen Partnerschaft einleiten, die die Zusammenarbeit langfristig enger verzahnen soll. IT Boltwise betont, dass dabei auch KI- und Technologiefragen im Rahmen einer möglichen EU-Anbindung eine Rolle spielen.
Kanada kauft deutsche U-Boote für die NATO
Ein zentrales Thema ist Kanadas Plan, bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD aus Deutschland zu beschaffen. Der Kieler Marineschiffbauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) soll die Einheiten liefern, die Deutschland und Norwegen gemeinsam entwickelt haben. Die Sprecherin des Auswärtigen Amts unterstreicht, dass diese Entscheidung die NATO stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Verteidigungsindustrien beider Länder für die nächsten Jahrzehnte verbinden werde. Baugleichheit soll dabei Kosten senken und die Zusammenarbeit erleichtern, wie sowohl IT Boltwise als auch boerse.de berichten.
EU will Kanada als Partner gewinnen
Zusätzlich könnte die EU-Dimension eine wichtige Rolle spielen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vorgeschlagen, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. Als konkrete Kooperationsbereiche nannte sie Technologiefragen, die Produktion von Rüstungsgütern, Künstliche Intelligenz und die Arktispolitik. Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich trotz Drohungen von US-Präsident Donald Trump offen für diese Idee, wie boerse.de mitteilt.
Wadephul vertritt Deutschland bei UN-Generaldebatte
Am Freitagabend kehrt Wadephul nach New York zurück, um am Samstag in Vertretung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor der UN-Generaldebatte zu sprechen. Der Deutschlandfunk bestätigt, dass die Gespräche in Ottawa auch die strategische Zusammenarbeit in der Arktisregion umfassen, wo technologische Lösungen für maritime Sicherheit besonders gefragt sind.