Die nordrhein-westfälische SPD plant einen tiefgreifenden Umbau des Schulsystems und will die Zahl der weiterführenden Schulformen deutlich reduzieren. Der designierte Spitzenkandidat Jochen Ott kündigt für den Fall eines Wahlsiegs ein Modell mit im Wesentlichen nur noch Gymnasien und Gesamtschulen an. Zugleich fordert er ein offensiveres Auftreten Nordrhein-Westfalens in der Kultusministerkonferenz, etwa bei der Festlegung der Sommerferien.
SPD setzt bei Wahlkampf auf Bildungspolitik
Jochen Ott
Derzeit existiert in Nordrhein-Westfalen nach seinen Angaben mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Schulformen. Das bisherige System sei verwirrend, sagte Ott dem Magazin „Spiegel“. Der Politiker, der selbst Lehrer ist, will den SPD-Wahlkampf stark bildungspolitisch ausrichten. Die geplante Reform soll zudem mehr Ressourcen an nicht gymnasiale Schulen bringen, wie es bereits in Hamburg praktiziert wird.
Forderung nach neuer Linie in der Kultusministerkonferenz
In der Kultusministerkonferenz soll Nordrhein-Westfalen nach dem Willen von Ott deutlich offensiver auftreten als bisher. Dies betreffe unter anderem die Terminierung der Sommerferien. Traditionell haben Bayern und Baden-Württemberg im August und bis in den September hinein frei.
„Bayern hat immer argumentiert, die Kinder müssten dort bei der Ernte helfen. Das ist aus heutiger Sicht natürlich Quatsch“, sagte Ott dem „Spiegel“. Er forderte, dass Nordrhein-Westfalen mit mehr „Breitschultrigkeit“ auftreten solle: „Bayern und Baden-Württemberg sollten mal früh, mal spät in die Sommerferien gehen.“
Spitzenkandidatur und politische Ausgangslage
Ott soll kommende Woche auf der Landesdelegiertenkonferenz der SPD zum Spitzenkandidaten gewählt werden. Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird im April 2027 ein neuer Landtag gewählt. Aktuell regiert in Düsseldorf eine schwarz-grüne Koalition.
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