Geflügel verzeichnet größten Rückgang, Schweinefleisch bleibt dominierend
Die Fleischproduktion in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 erneut gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, produzierten die gewerblichen Schlachtunternehmen knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch, was einem Rückgang von 0,4 Prozent oder 14.700 Tonnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders betroffen ist Geflügelfleisch, dessen Produktion um 3,2 Prozent auf 755.000 Tonnen sank – der niedrigste Wert seit dem ersten Halbjahr 2017, wie der Spiegel und n-tv berichten. Als möglicher Grund für den Rückgang gelten Tierseuchen wie die Newcastle-Krankheit und Vogelgrippe, die im Frühjahr zu massiven Keulungen von rund 4,9 Millionen Legehennen und Masthühnern führten, wie das Friedrich-Loeffler-Institut auf Anfrage mitteilte. Betroffen waren auch Elterntierherden von Broilern. Belastbare Daten zu den genauen Auswirkungen fehlen jedoch noch.
Schweinefleisch dominiert weiter die Produktion
Während die Geflügelproduktion deutlich zurückging, verzeichnete Schweinefleisch ein leichtes Plus. Mit 2,2 Millionen Tonnen stieg die Produktion um 0,5 Prozent, wobei Schweinefleisch weiterhin mit einem Anteil von 63,7 Prozent die Fleischproduktion dominiert. Die Zahl der geschlachteten Schweine erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 22,2 Millionen Tiere, wobei der Großteil (98,4 Prozent) aus inländischer Herkunft stammte, wie topagrar.com berichtet. Rindfleisch ging dagegen um 0,1 Prozent zurück, während Schafe, Ziegen und Pferde zusammen nur 0,3 Prozent der Gesamtproduktion ausmachten.
Fleischersatzmarkt schrumpft nach Boomjahren
Auch die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen ist nach langem Boom zuletzt wieder gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt, 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt Mitte Mai mitteilte. Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Fleischersatzprodukte bleiben jedoch gemessen am Fleischmarkt eine Nische: 2025 wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro produziert, während der Wert der Fleischalternativen bei 632,6 Millionen Euro lag.
Fleischkonsum in Deutschland leicht gestiegen
Der Fleischkonsum in Deutschland ist nach Jahren der Rückgänge wieder leicht gestiegen. Der Pro-Kopf-Verzehr lag 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei durchschnittlich 54,9 Kilogramm, etwas mehr als in den Vorjahren 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm).