Ein eigener Pool im Garten gehört für viele Familien zu den schönsten Plänen für den Sommer. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Allein in Deutschland wurden 2021 rund 180.000 Schwimmbecken neu installiert – ein Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zu 2020. Doch zwischen dem Wunsch nach einem kühlen Bad auf der eigenen Terrasse und einem durchdachten Kauf schlummern oft große Planungslücken.
Welcher Pooltyp passt zu welchem Garten?
Die wichtigste Entscheidung betrifft die Bauart. Man unterscheidet grob zwischen drei Kategorien: Aufstellpools, teilversenkte Becken und vollständig im Erdreich liegende Pools. Jede dieser Varianten hat besondere Anforderungen an Platzbedarf, Budget und Genehmigungspflicht.
Aufstellpools aus Stahlwand oder verstärktem Kunststoff sind die billigste Lösung, sie lassen sich relativ rasch aufbauen und brauchen in vielen Bundesländern keine Baugenehmigung, solange ihr Volumen unter einer gewissen Grenze bleibt. Wer dagegen ein dauerhaftes und gefälliges Becken möchte, wird sich oft für einen eingelassenen Gartenpoolaus Beton, GFK (glasfaserverstärker Kunststoff) oder Polypropylen entscheiden. Ein solcher Gartenpool verlangt ein sorgfältiges Planen der Erdarbeiten, der Drainage und der Technik, bietet dafür aber viel mehr Gestaltungsfreiheit und ist länger haltbar.
Die Größe ist realistisch am Nutzungsbedarf auszurichten. Ein Becken von 6 x 3m und 1,50m Tiefe dürfte für die Praxis des modernen Hausstandes mit Kindern ein gutes Maß sein. Wer regelmäßig Bahnen schwimmt, wird wenigstens 8 m Länge brauchen, am besten mit Gegenstromanlage.
Wasseraufbereitung: Technik, die über Badespaß oder -frust entscheidet
Die Wasserqualität ist der wichtigste Betriebsfaktor jedes Pools. Fehlt es an einer funktionierenden Aufbereitung, so entwickelt sich ohne weiteres in wenigen Tagen Algen- und Keimschwamm und trübes Wasser. Drei Systeme haben sich hier durchgesetzt.
- Chlorierung ist die verbreitetste Methode. Sie ist preisgünstig und bestens bekannt, verlangt jedoch ständige Kontrollen des pH-Wertes (Ideal 7,0 bis 7,4) und des Chlorgehaltes (0,3 bis 0,6 mg/l Beckenwasser nach DIN 19643). Je nach Sonnenscheindauer, Temperatur und Badegästen ist der pH und Chlorgehalt oft zu prüfen.
- Salzwasserelektrolyse erzeugt das Chlor aus dem aufgelösten Spezialsalz. Vorteil: Das Wasser riecht angenehmer, ist hautfreundlicher. Die Anlage ist teurer in der Anschaffung, die Betriebskosten liegen jedoch unter denen der herkömmlichen Dosierung durch Granulat oder Tabletten. Es muss ein Salzgehalt von 3.000 bis 5.000 mg/l im Becken vorhanden sein.
- Eine UV-desinfizierende Ergänzung führt zur erheblichen Verminderung des Einsatzes chemischer Pflegemittel. UV-C-Strahler inaktivieren Mikroben, sind aber kein Ersatz für die vollwertige Wasserbehandlung. In Kombination mit verminderter Chlorierung gelten sie als besonders schonend.
Kosten und Genehmigungen – was Käufer wissen sollten
Die Kosten für einen Gartenpool liegen weit auseinander. Einfache Aufstellbecken sind schon ab 300 bis 800€ zu bekommen, allerdings mit großen Abstrichen bei Haltbarkeit und Aussehen. Eingelassene GFK-Becken kosten nebst Einbau ab etwa 15.000 bis 20.000 €, nach oben ist kaum eine Grenze gesetzt. Massivbecken aus Beton mit Sonderformaten und ausgesuchter Technik kommen auf Kosten von 50.000 € und mehr. Da sind dann die laufenden Betriebskosten noch nicht eingerechnet: Strom für Pumpe und Heizung, Mittel zur Wasseraufbereitung, Winterabdeckung und Wartung der Technik hin und wieder. Für ein mittelgroßes Becken müssen die Eigentümer mit jährlichen Folgekosten von 1.000 bis 2.500€ rechnen.
Rechtlich muss vor dem Bau geklärt sein, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. In Deutschland regeln das die jeweiligen Landesbauordnungen, die sich teils erheblich unterscheiden. In Bayern sind Pools bis zu einem Volumen von 100 Kubikmetern in der Regel genehmigungsfrei, in anderen Bundesländern gelten niedrigere Schwellenwerte. Grundbuch, Bebauungsplan und eventuell auch Abstandsregelungen zum Nachbargrundstück sind vor dem Baubeginn zu prüfen.
Wenn ein Pool geheizt werden soll, sollte die Energieeffizienz der Wärmequelle nicht außer Acht gelassen werden. Derzeit gelten Wärmepumpen mit einem Coefficient of Performance (COP) von 5 bis 7 als die wirtschaftlichste Lösung, da sie aus 1 kWh Strom 5 bis 7 kWh Wärme erzeugen. Der Unterschied bei den Heizkosten zu elektrischen Durchlauferhitzern ist gewaltig.
Pflege und Saisonvorbereitung: Der unterschätzte Aufwand
Ein Pool läuft nicht von selbst. Regelmäßige Pflege ist kein Luxus, sondern eine Bedingung für hygienisch reines Badewasser und die Anlage selbst. Zu den wöchentlichen Arbeiten gehören Absaugen des Beckenbodens, Reinigen des Skimmers, Rückspülen des Sandfilters und Kontrolle und gegebenenfalls Korrektur der Wasserwerte.
Zum Saisonende wird das Becken winterfest gemacht. Für eingelassene Pools heißt das: Wasserstand absenken, Leitungen entleeren, Winterchemikalien dosieren und Becken mit einer Plane abdecken. Wer diesen Schritt versäumt, riskiert Frostschäden an Rohrleitungen und Pumpen, die Reparatur kostet schnell einmal mehrere Hundert Euro.
Erfahrungsgemäß ist eine gute Ersteinweisung durch den Installateur nicht zu unterschätzen. Viele Hersteller bieten auch digitale Steuerungssysteme an, die Wasserparameter automatisch kontrollieren und per App abrufbar machen. Das erspart zwar etwas Arbeit, ersetzt aber keine regelmäßige Sichtkontrolle.