Die bekannt gewordene Abhöraffäre beim Messengerdienst Signal hat eine Debatte über Sicherheitslücken in Deutschland ausgelöst. Sicherheitspolitiker und IT-Experten warnen vor den Folgen der mutmaßlich aus Russland gesteuerten Spionageaktion und sehen Versäumnisse beim Schutz hochrangiger Amtsträger.
Warnungen vor realer Gefahr und langfristigen Folgen
Konstantin von Notz
Der Innenpolitiker warnt zudem vor möglichen Folgen über den aktuellen Vorfall hinaus. „Das ist ein sehr relevanter Vorgang“, sagte von Notz. „Geheimdienste könnten versuchen, Opfer zu diskreditieren. In jedem Fall ist den Angreifern aber ein relevanter Erkenntnisgewinn gelungen, den man nicht unterschätzen sollte.“
Spähziel Spitzenpolitik
Am Wochenende war bekannt geworden, dass neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) offenbar auch Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Familienministerin Karin Prien (CDU) betroffen waren. Dass bei dem Angriff, den Sicherheitsbehörden Russland zuschreiben, auch Spitzenpolitiker ausspioniert werden konnten, sorgt in Fachkreisen für Verwunderung.
Kritik an individuellem und strukturellem Versagen
IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann vom Chaos Computer Club, dem großen Verein der Hacker und Cybersicherheitsexperten, kritisiert den Umgang mit der digitalen Sicherheit hochrangiger Amtsträger. „Nicht Signal, sondern Frau Klöckner wurde gehackt“, sagte Neumann. „Das ist – beim zweithöchsten Staatsamt – ein erhebliches individuelles Versagen, das aber in eine Struktur fällt, die es ermöglicht hat.“
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