Unter dem Leitgedanken „796 Meilen für 796 Babys – Eine Reise der Würde durch sechs Nationen“ startet der Osnabrücker Verein „Sportler 4 a childrens world e.V.“ (S4aCW) am 29. Mai ein außergewöhnliches Vorhaben. Ein Team um den erfahrenen Langstreckenläufer John McGurk wird in zehn Tagen eine Strecke von 1.280 Kilometern (796 Meilen) per Fahrrad und im Laufschritt zurücklegen. Ziel der Mission ist es, den verstorbenen Kindern ehemaliger irischer Heime ihre Würde zurückzugeben.
Ein sportlicher Kraftakt gegen das Vergessen
Die Route führt das Team von Deutschland über die Niederlande, England, Schottland und Nordirland bis in die Republik Irland. Der Startschuss fällt am 29. Mai um 08:00 Uhr am Rathaus in Osnabrück. Hintergrund der Reise ist die Aufarbeitung der Geschichte irischer Heime für ledige Mütter und deren Kinder (bekannt als Mother and Baby Homes). Besonders das Schicksal von 796 Babys und Kleinkindern, die in Tuam (Irland) in einem anonymen Massengrab beigesetzt wurden, bewegt den Verein seit Jahren. Dass dieses dunkle Kapitel heute im Licht der Öffentlichkeit steht, ist maßgeblich der irischen Lokalhistorikerin Catherine Corless zu verdanken. Durch ihre unermüdliche Forschung deckte sie die Identität der verstorbenen Kinder auf und schuf so die Grundlage für eine nationale Aufarbeitung.
Die Fortsetzung einer Herzensangelegenheit (Rückblick 2021)
Dieses Projekt ist die direkte Fortführung des Engagements aus dem Jahr 2021. Damals gestalteten Schülerinnen und Schüler von 16 Berufsbildenden Schulen aus der Region Osnabrück im Rahmen des Projekts „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ individuelle Gedenkkreuze für jedes der 796 verstorbenen Kinder von Tuam. Nachdem die Reise pandemiebedingt zunächst verschoben werden musste, brachte das Team im Mai 2022 die ersten Kreuze nach Irland. Das neue Projekt führt diesen Weg nun konsequent fort, um auch an weiteren Standorten wie dem ehemaligen Heim in Bessborough (Cork) an die Kinder zu erinnern, deren Schicksal bis heute ungeklärt ist.
Die Stationen der Reise im Überblick
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29. Mai: Aufbruch in Osnabrück in Richtung Rotterdam.
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30. Mai: Von Nordengland nach Glasgow zum Besuch der schottischen Kinderschutzorganisation „Children 1st“.
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31. Mai: Halt in Nordirland bei der Hilfsorganisation „Mary’s Meals“ sowie am ehemaligen Heim in Newry.
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2. Juni: Besuch des ehemaligen Heims in Bessborough (Cork), wo der Verbleib von über 800 Kindern bis heute nicht dokumentiert ist.
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3. Juni: Erreichen des Zielortes Tuam am dortigen Massengrab und anschließende Zusammenkunft mit Partnern in Galway.
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7. Juni: Geplante Rückkehr des Teams nach Osnabrück.
Über den Verein
„Sportler 4 a childrens world e.V.“ setzt sich seit über zwei Jahrzehnten durch sportliche Extremleistungen für Kinderrechte und gegen soziale Ungerechtigkeit ein. Mit der aktuellen Reise unterstreicht der Verein seine Entschlossenheit, die historische Aufarbeitung in Irland zu begleiten und ein dauerhaftes Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.
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