Nach dem erfolgreichen Auftakt geht das Morgenland Festival in den kommenden Tagen mit weiteren musikalischen Entdeckungsreisen in die zweite Hälfte. Dabei bleibt die programmatische Handschrift von Shabnam Parvaresh deutlich erkennbar: Traditionen treffen auf Gegenwart, akustische Klangwelten auf elektronische Impulse und unterschiedliche kulturelle Perspektiven aufeinander. Das Festival setzt seinen Weg entlang der Schnittstellen von Improvisation und Komposition, Ritual und Experiment fort.
Was noch auf dem Programm steht
Die britisch-bahrainische Trompeterin Yazz Ahmed verbindet am heutigen Abend Jazz mit Klängen aus der arabischen Welt. Danach bringt Avalanche Kaito westafrikanische Gesangstraditionen, Rock-Energie und Improvisation auf die Bühne der Kleinen Freiheit. Am Donnerstag begegnen sich mit der ukrainischen Sängerin Ganna und der peruanischen Musikerin Laura Robles zwei Künstlerinnen, die ihre jeweiligen musikalischen Wurzeln in einen zeitgenössischen Kontext stellen. Später am Abend präsentiert El Khat seine eigenwillige Interpretation jemenitischer Musiktraditionen. Der Freitag gehört zunächst dem aserbaidschanischen Gitarristen Rehman Memmedli, bevor das Sakina Teyna Septet kurdische Musik mit Jazz und improvisierten Elementen verbindet.
Zum Abschluss des Festivals rücken dann verstärkt Rock, Hip-Hop und elektronische Klänge in den Mittelpunkt. Die libanesische Band Sanam steht für einen eigenständigen Alternative-Rock-Sound mit arabischen Einflüssen. Farhot schlägt gemeinsam mit Moritz Stahl und Silvan Strauss Brücken zwischen Hip-Hop, Jazz und Elektronik, bevor Ammar 808 mit seiner Verbindung aus nordafrikanischen Traditionen und elektronischen Beats das Festival beschließt.
Festival entwickelt sich weiter
Die zweite Festivalhälfte zeigt damit noch einmal eindrücklich, wofür das Morgenland Festival seit vielen Jahren steht: für musikalische Begegnungen, in denen unterschiedliche Traditionen, Einflüsse und Gegenwarten miteinander ins Gespräch treten. Zugleich werden die Akzente sichtbar, mit denen Shabnam Parvaresh das Festival weiterentwickeln möchte. Mit neuen Spielorten, wie der Botschaft und der Kleinen Freiheit, sowie einer größeren stilistischen Offenheit öffnet sich das Programm bewusst auch für weitere Publikumsgruppen. Die kommenden Tage versprechen damit nicht nur internationale musikalische Entdeckungen, sondern geben auch einen Eindruck davon, wie sich das Morgenland Festival in seiner zweiten Generation weiterentwickelt.
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