Der Russland-Experte Stefan Meister von der DGAP bewertet die jüngsten mutmaßlichen Angriffe gegen Deutschland als Kriegshandlungen. Russland sehe sich bereits im Krieg mit Europa und Deutschland, so Meister in der Rheinischen Post.
Gezielte Anschläge und Eskalationsrisiko
Stefan Meister sagte der Rheinischen Post (Donnerstagsausgabe): "Für Moskau gibt es keine roten Linien mehr. Es ist bereit, zu töten, um die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen".
Die Anschläge auf Manager von Rüstungsunternehmen seien nach Einschätzung Meisters geplant gewesen. „Das ist keine hybride Attacke mehr, sondern es ist eine Form von Krieg. Russland sieht sich im Krieg mit Europa und Deutschland“.
Forderung nach gemeinsamer Reaktion
Meister warnt vor weiterer Eskalation und fordert gemeinsame Reaktionen im EU- und NATO-Rahmen. "Artikel 4 wäre die nächste Eskalationsstufe und sollte bei weiteren Anschlägen gezogen werden". Alles werde von Russland angegriffen, was zu Verunsicherung führe und das Funktionieren Deutschlands schwäche.
Zusammenhang mit Landtagswahlen
Das Vorgehen Russlands sei auch im Kontext der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt zu sehen, so Meister. "bei der Moskau das Interesse hat, dass die AfD an die Macht kommt, da das die deutsche Politik und Gesellschaft weiter spalten wird".
Es gehe um eine Verunsicherung in der deutschen Bevölkerung und um die Schwächung der Unterstützung für die Ukraine in Gesellschaft und Politik.