Die Bundesregierung will mit einer Rückkehrprämie von 7.000 Euro mehr Syrer zur Ausreise bewegen. Der Beschluss stehe kurz bevor, berichten mit den Plänen vertraute Kreise. Innenminister Dobrindt bestätigte die Summe bisher nicht.
Höhere Anreize und Titelentzug
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte dem Minister bereits vor Monaten eine höhere Rückkehrförderung vorgeschlagen. Bisher liegt die Förderung für freiwillige Ausreisen bei durchschnittlich 1.000 Euro. Die neue Prämie soll vor allem alleinstehende, arbeitslose Männer ohne Bleibeperspektive ansprechen.
Zusätzlich soll das Bamf bald damit beginnen, Syrern im großen Stil die Schutztitel abzuerkennen. Aktuell sind knapp 15.000 Syrer ausreisepflichtig, die meisten haben jedoch eine Duldung. Ein Indiz für die Pläne ist der Haushaltsentwurf 2027: Der Posten für freiwillige Ausreisen steigt von 38 auf 125 Millionen Euro.
Geringe Rückkehrzahlen und politische Reaktionen
Seit dem Sturz von Baschar al-Assad und dem Ende des Bürgerkriegs im Dezember 2024 kehrten erst rund 10.000 Syrer aus Deutschland zurück. Über 900.000 leben weiterhin hier, davon beziehen rund 450.000 Sozialleistungen. Laut einer Ipsos-Umfrage sehen 32 Prozent der Deutschen Migration als drängendstes Problem.
Zwangsweise Abschiebungen nach Syrien kommen kaum voran: Seit Dezember 2025 gab es nur vier Rückführungen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im Frühjahr die Rückkehr von 80 Prozent der Syrer innerhalb von drei Jahren angekündigt. Die CSU forderte im Januar eine „Abschiebeoffensive“.
Unionspolitiker für höhere Prämien
Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union, begrüßt die Pläne: „Wir haben uns schon im Koalitionsvertrag dafür eingesetzt, die Anreize für die freiwillige Rückkehr zu erhöhen“. Für den Steuerzahler sei das günstiger als eine Abschiebung. Entscheidend sei, „dass die Rückkehr tatsächlich klappt“.
Auch der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) ist offen für „Anreize für mehr freiwillige Ausreise zu verbessern“. Andere Länder wie Dänemark zahlen bereits über 20.000 Euro für freiwillige Rückkehrer.