Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Norbert Röttgen sieht in der aktuellen Eskalation im Iran-Krieg keinen Spielraum für eine Beteiligung Deutschlands oder Europas. In Interviews mit den Sendern RTL und ntv widersprach er Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach mehr Unterstützung durch Nato-Partner und verwies auf die mangelnde Einbindung Europas in die Entscheidungen zum Krieg.
Röttgen lehnt Beteiligung ab
Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Norbert Röttgen machte deutlich, dass er in der aktuellen Lage keine Möglichkeit für ein stärkeres militärisches oder politisches Engagement Deutschlands oder Europas sieht. „Ich sehe nicht, wo für uns Spielraum für Unterstützung jetzt in dieser akuten Situation sein könnte“, sagte er den Sendern RTL und ntv.
Damit widerspricht Röttgen Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach mehr Unterstützung durch die Nato-Partner. Trump hatte sich zuvor enttäuscht über das Verhalten Deutschlands, Frankreichs und Italiens gezeigt und kritisiert, die Verbündeten seien im Iran-Krieg nicht ausreichend für die USA da gewesen.
Kritik an fehlender europäischen Mitsprache
Röttgen begründete seine Haltung auch mit der Rolle Europas bei den Entscheidungen über Krieg und Frieden. Europa sei weder in die Entscheidung über den Beginn noch über das Ende des Krieges eingebunden gewesen, sagte er. „Es ist ein Krieg, der gewählt worden ist von den USA und von Israel. Da wurden wir nicht gefragt. Es ist ein Krieg, der beendet worden ist von den USA gegen den Widerspruch von Israel. Da wurden wir auch nicht gefragt“, sagte Röttgen den Sendern RTL und ntv.
Erwartungen an Bundeskanzler Merz
Zugleich verwies Röttgen auf die besondere Verantwortung von Bundeskanzler Friedrich Merz im Umgang mit den Vereinigten Staaten. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz müsse aus seiner Sicht den Konflikt mit Washington diplomatisch steuern. „Die Bundesregierung, der Bundeskanzler in besonderer Weise muss durch diese Präsidentschaft Trump unser Land, das Nato-Bündnis durchnavigieren“, sagte Röttgen RTL und ntv.
Konkrete Forderungen aus Washington an Berlin sieht Röttgen derzeit nicht. „Ich habe noch nicht gehört, dass er gesagt hat: Mach dies oder jenes“, sagte er mit Blick auf Trump den Sendern RTL und ntv.
