Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) hat die aktuelle Debatte über einen möglichen höheren Pflegebeitrag scharf kritisiert. Statt weiterer Einzeldebatten fordert der Verband eine klare und langfristige Strategie für die Reform der Pflegeversicherung. VDAB-Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling warnte vor wachsenden Belastungen für Einrichtungen, Pflegebedürftige und Sozialhilfeträger.
VDAB moniert „Stückwerk-Debatten“ zur Pflegereform
Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) verlangt angesichts der politischen Diskussionen um die Finanzierung der Pflege eine umfassende Neuausrichtung. VDAB-Bundesgeschäftsführer Thomas Knieling sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Pflegebranche brauche „endlich eine klare und langfristige Strategie statt weiterer Stückwerk-Debatten bei der Pflegereform“.
Einzelne Diskussionen über mögliche höhere Beiträge für Kinderlose oder Kürzungen bei den Zuschüssen für die Heimunterbringung könnten nach den Worten von Knieling keine nachhaltige Reformstrategie ersetzen. „Bis heute fehle ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Zukunft der Pflegeversicherung und der pflegerischen Versorgung“, kritisierte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Berichte über höheren Beitrag für Kinderlose
Im Zuge der Pflegereform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) könnte Berichten zufolge der Pflegebeitrag für Menschen ohne Kinder um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent steigen. Vor diesem Hintergrund verwies Knieling auf die wachsenden Schwierigkeiten in der Praxis: „Für viele Einrichtungen wird es immer schwieriger, die Versorgung sowohl personell als auch wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig steigen die Belastungen für Pflegebedürftige und Sozialhilfeträger kontinuierlich“, sagte Knieling den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Forderung nach entschlossenen Reformschritten
Aus Sicht des VDAB reichen punktuelle Änderungen an Beiträgen oder Zuschüssen nicht aus. Knieling betonte, es brauche „entschlossene Reformschritte“. Dazu gehöre nach seinen Worten, starre Versorgungsstrukturen zu modernisieren, bürokratische Hürden abzubauen und Pflegeeinrichtungen mehr Flexibilität sowie unternehmerische Handlungsspielräume zu geben.
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