Kaum ein Jahr nach Eröffnung des Ledenhofs und der allgemeinen Enttäuschung darüber, dass nicht die ursprünglich vom umstrittenen Stadtbaurat Frank Otte versprochene wasserdurchlässige Oberfläche verbaut wurde, sieht der Ledenhof – nüchtern betrachtet – bescheiden aus.
Und es wird – trotz inzwischen aufgestellter Sitzbänke und der temporären Tanzfläche – nicht besser, denn der Ledenhof ist ein Flickenteppich, noch dazu ein fleckiger Flickenteppich.
Flecken, Flicken und abgesunkene Stellen auf dem Ledenhof
Nachdem das beauftragte Bauunternehmen bereits vor der Eröffnung wenig erfolgreich versucht hatte, eine einheitliche Optik der asphaltierten Oberfläche hinzubekommen, „zieren“ den Problemplatz inzwischen zahlreiche Ausbesserungsversuche. Die Oberfläche ist bereits teilweise abgesunken und große Flecken erinnern daran, wo zeitweise vielleicht ein Marktstand oder eine Bierbude gestanden hat.
Der Asphalt auf dem Ledenhof senkt sich entlang der Dehnungsfugen teilweise / Foto: Pohlmann
Stadt will auf jeden Fall an Asphaltierung des Ledenhofs festhalten
„Nein, dies ist definitiv nicht der gewünschte und eingeforderte Zustand“, erklärt Stadtsprecher Constantin Binder auf Nachfrage unserer Redaktion. Mögliche Hoffnungen, dass – sollte sich die derzeitige Oberfläche als ungeeignet erweisen – ein anderes Material „probiert“ werden könnte, bremst der Stadtsprecher allerdings deutlich: „Ein geeigneteres Material gibt es nicht. Man hat sich hier bewusst für einen Gussasphalt mit farblichem Einstreumaterial – in diesem Fall braun/beige – entschieden, da er den optimalen Belag für die Anforderungen darstellt. Aufgrund der darunter liegenden Tiefgarage darf kein Wasser durch die Oberfläche hindurchsickern. Eine Pflaster- oder wassergebundene Wegedecke sind somit als Belag keine Option.“
Nicht der Architekt, sondern die ausführende Firma soll schuld sein
Den Grund für die derzeitige Flicken-Optik sieht die Stadt eindeutig beim ausführenden Unternehmen. Der derzeitige Zustand sei auf eine „mangelhafte Ausführung des Bauunternehmers“ zurückzuführen. „Da dies keineswegs so bleiben soll, muss hier noch nachgebessert werden.“
Ein Flicken reiht sich an den nächste Flicken auf dem Ledenhof / Foto: Pohlmann
Den Architekten, der im Auftrag der Stadt zunächst eine wasserdurchlässige Oberfläche vorgeschlagen, damit einen Gestaltungswettbewerb gewonnen und schließlich die Vollasphaltierung empfohlen hatte, nimmt die Stadt hinsichtlich der sichtbaren Mängel in Schutz: „Mit der Belagswahl oder dem Architekten hat dies nichts zu tun.“
Zwei von drei Nachbesserungsversuchen nach Zählung der Stadt bereits gescheitert
Nun ist es am ausführenden Unternehmen, den ansonsten wenig attraktiven Platz zumindest in Sachen Vollversiegelung optisch makellos zu machen: „Die Stadt hat noch alle Möglichkeiten, den Mangel beseitigen zu lassen. Hierfür gibt es auch keine Verjährung, da der Mangel offiziell im Abnahmeprotokoll vermerkt worden ist. Verantwortlich für den Mangel ist ausschließlich die ausführende Firma, die ein Anrecht auf drei Nachbesserungsversuche hat.“
Zwei Nachbesserungsversuche sind nach Ansicht der Stadt bereits gescheitert. „Die ausführende Firma hat derzeit noch einen Nachbesserungsversuch offen“, heißt es aus dem Rathaus. Was genau passieren wird, wenn auch der dritte Versuch scheitern sollte, dazu gibt es bislang keine Auskunft.
Kommentare zu diesem Artikel:
- "Eine Pflaster- oder wassergebundene Wegedecke sind somit als Belag keine Option." Täusche ich mich, oder hatte der Ledenhof nicht vorher Kopfsteinpflaster?
- Ja, der Gedanke mit dem Kopfsteinpflaster kam mir auch gerade in den Sinn. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es so war. Rot, mit Bäumen und Wasserspiel Die Tage gab es ja einen Post, indem es hieß, dass wir Osnabrücker immer nur meckern würden. Aber ernsthaft; gerade bei den baulichen Katastrophen fällt einem auch nichts mehr ein. Damals die Pflasterung der großen Straße, der Rosenplatz, das ewige hin und her mit den Berliner Kissen am Westerberg. Und am Ende sind die Bauarbeiter Schuld, weil Siegmund unten in der Nahrungskette stehen.
- "Eine Pflaster- oder wassergebundene Wegedecke sind somit als Belag keine Option." Täusche ich mich, oder hatte der Ledenhof nicht vorher Kopfsteinpflaster?
- Ja, der Gedanke mit dem Kopfsteinpflaster kam mir auch gerade in den Sinn. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es so war. Rot, mit Bäumen und Wasserspiel Die Tage gab es ja einen Post, indem es hieß, dass wir Osnabrücker immer nur meckern würden. Aber ernsthaft; gerade bei den baulichen Katastrophen fällt einem auch nichts mehr ein. Damals die Pflasterung der großen Straße, der Rosenplatz, das ewige hin und her mit den Berliner Kissen am Westerberg. Und am Ende sind die Bauarbeiter Schuld, weil Siegmund unten in der Nahrungskette stehen.
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