Péter Magyar ist neuer Regierungschef von Ungarn. Der 45-Jährige wurde am Samstag in Budapest von der Nationalversammlung zum Ministerpräsidenten gewählt. Seine Partei Tisza hatte bei der Parlamentswahl am 12. April mit rund 53 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit erzielt und verfügt aufgrund des ungarischen Wahlrechts über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. In seiner ersten Rede als Regierungschef griff Magyar seinen Vorgänger Viktor Orbán scharf an.
Magyar von Nationalversammlung gewählt
Péter Magyar ist am Samstag bei der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung in Budapest zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Der 45-Jährige übernimmt damit das Amt des Regierungschefs von Ungarn.
Magyars Partei Tisza hatte bei der Parlamentswahl am 12. April die absolute Mehrheit von rund 53 Prozent der Stimmen geholt und verfügt aufgrund des ungarischen Wahlrechts sogar über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Tisza gilt als Mitte-Rechts-Partei, ist aber insbesondere deutlich europafreundlicher als die Fidesz des bisherigen Ministerpräsidenten.
Orbán ohne Abschiedsrede
Viktor Orbán, bisheriger Ministerpräsident und Vorsitzender der Fidesz, verzichtete am Samstag auf eine Abschiedsrede im Parlament und brach damit mit einer seit 36 Jahren währenden Tradition. Er nahm auch nicht mehr an der Wahl seines Nachfolgers teil.
Kritik an Vorgänger und Korruptionsvorwurf
In seiner ersten Rede als Ministerpräsident vor dem Parlament erwähnte Magyar seinen Vorgänger mehrfach. Er habe gesehen, „wie das Amt des Premierministers in den Dienst der Macht gestellt werden könne anstatt der Nation zu dienen“. Weiter sagte er: „Ich habe beobachtet, wie die Macht einen Menschen langsam gefangen nehmen kann, wie ein Politiker allmählich zum Gefangenen seines eigenen Systems wird und wie eine politische Gemeinschaft den Kontakt zu jenen Menschen verlieren kann“, so Magyar. Ungarn sei dadurch zum korruptesten Mitgliedstaat der Europäischen Union geworden.
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