Eskalation am Persischen Golf treibt Ölpreise auf über 79 Dollar pro Barrel.
Die Ölpreise sind am Montag nach einer weiteren Angriffswelle der USA im Persischen Golf deutlich gestiegen. Ein Barrel der Referenzsorte Brent kostete im frühen Handel bis zu 79,40 Dollar, was einem Anstieg von 4,46 Prozent entspricht, wie t-online.de berichtet. Die US-Streitkräfte bestätigten auf der Plattform X, dass die vierte Angriffswelle seit Mittwoch Dutzende Ziele mit Präzisionsmunition getroffen habe. Das US-Regionalkommando Centcom betonte, die Straße von Hormus sei essenziell für den weltweiten Handel und werde nicht vom Iran kontrolliert. Die USA seien bereit, die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen, auch gegen „die ungerechtfertigte Aggression des Irans“.
USA reagieren auf neue Vorwürfe
Der Iran hatte am Sonntag angekündigt, die Meerenge „bis auf Weiteres“ zu schließen, während seine Streitkräfte Drohnen- und Raketenangriffe auf US-Verbündete wie Jordanien und Katar flogen. Kuwait meldete zudem, dass eine Offshore-Bohrplattform beschädigt worden sei. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete von einem Toten und vier Verletzten bei US-Angriffen in der Provinz Chusestan, wie der Spiegel unter Berufung auf lokale Behörden mitteilte.
Ölpreise steigen wegen gesperrter Straße von Hormus
Die Sorge vor einer Sperrung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird, trieb die Preise weiter nach oben. Schiffsverfolgungsdaten des Dienstes Kpler zeigten, dass am Sonntag nur sechs Schiffe die Meerenge durchfuhren – die niedrigste Zahl seit fünf Wochen. US-Präsident Donald Trump behauptete zwar, die Straße sei offen, doch die Daten widersprachen dieser Aussage, wie die Zeit unter Berufung auf Reuters und dpa berichtete.
Experten warnen vor weiter steigenden Ölpreisen
Analysten wie Saul Kavonic von MST Marquee betonten, die Eskalation bleibe „deutlich unterhalb eines offenen Kriegszustands“, doch solange die Angriffe andauerten, würden die Ölpreise voraussichtlich weiter leicht steigen. Die tagesschau zitierte Marktbeobachter Stephen Innes, der die Unsicherheit als Belastungsfaktor für die Märkte bezeichnete.
USA und Iran streiten um gebrochenes Abkommen
Die jüngsten Entwicklungen gefährden zudem ein im Juni unterzeichnetes vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Teheran warf Washington Vertragsbruch vor, während Trump das Abkommen für nichtig erklärte. Die USA begründeten ihre Angriffe mit iranischen Attacken auf zivile Schiffe in der Straße von Hormus, während der Iran behauptete, es habe sich um Warnschüsse wegen nicht genehmigter Routen gehandelt.
