# Ökonomen plädieren für Rente mit 70 und weniger Rente Datum: 21.05.2026 09:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/oekonomen-plaedieren-fuer-rente-mit-70-und-weniger-rente-714657/ --- Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, befürwortet eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre und ein geringeres Rentenniveau. Unterstützung erhält er von DIW-Präsident Marcel Fratzscher, der die „Rente mit 70“ als unvermeidbar bezeichnet, zugleich aber vor zusätzlicher Belastung von Geringverdienern warnt. Hintergrund sind Berichte über mögliche Vorschläge der Rentenreformkommission zu einem späteren Rentenbeginn und niedrigeren Rentenansprüchen. ## Hüther: Drei Stellschrauben im Umlageverfahren Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, betonte gegenüber der „Rheinischen Post“, jede Reform der gesetzlichen Rentenversicherung könne „substantiell nur in der Logik des Umlageverfahrens“ stattfinden. In diesem System gebe es – abgesehen von der sachgerechten Finanzierung versicherungsfremder Leistungen über Steuermittel (Bundeszuschuss) – nur drei Stellschrauben: „den Beitragssatz, das Rentenniveau und das Rentenzugangsalter“. Insofern seien die Vorschläge „so richtig wie erwartbar“, sagte der IW-Chef der „Rheinischen Post“. Die Anhebung des Rentenzugangsalters entspreche laut Hüther einer längeren Einzahlungsperiode, die für sich genommen das Rentenniveau stabilisieren helfe, ohne den Beitragssatz anzuheben. Da der Staat mit der reformierten Förderung der privaten Altersvorsorge unterstützend eingreife, sei „das Rentenniveau aus beiden Quellen entsprechend höher“. Hüther sagte der „Rheinischen Post“ weiter: „Das ist fair, da gerade jüngere Jahrgänge – die es vor allem betrifft – eine entsprechende Anpassungszeit haben. Zudem verhindert der weniger stark ansteigende oder gar stabile Beitragssatz die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Arbeitsplätze“, so der Chef des arbeitgebernahen Instituts. ### Fratzscher: Rente mit 70 unvermeidbar Ähnlich äußerte sich DIW-Präsident Marcel Fratzscher. „Die Rente mit 70 ist unvermeidbar und es ist richtig, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters recht schnell kommen soll“, sagte Fratzscher der „Rheinischen Post“. Eine Reduzierung des Rentenniveaus sei notwendig und Teil des Versprechens, „dass auch die Babyboomer sich an der demografischen Alterung beteiligten müssten – durch den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der „Rheinischen Post“. Gleichzeitig mahnte Fratzscher mit Blick auf die soziale Verteilung der Reformlasten. „Eine Rentenreform muss zwingend die Umverteilung von Arm zu Reich beenden, da Menschen mit geringeren Lebenseinkommen und Rente eine deutlich kürzere Lebenserwartung haben“, sagte er der „Rheinischen Post“. Und weiter warnte er: „Eine Reduzierung des Rentenniveaus auf 46 Prozent für Menschen mit geringer Rente wäre ein schwerwiegender Fehler, weil dies die eh schon hohe Altersarmut noch verstärken würde.“ ### Berichte über Pläne der Rentenreformkommission Die „Bild“ hatte berichtet, die Rentenreformkommission wolle vorschlagen, das Rentenalter ab 2061 auf 70 Jahre anzuheben und das Rentenniveau ab 2031 von derzeit 48 auf 46 Prozent zu senken. Einige Mitglieder der Kommission haben dies allerdings bereits dementiert, wie die „Bild“ weiter berichtete. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück