Mit einer Gedenkminute haben am Montag (6. Juli) um 14:00 Uhr mehrere Hundert Menschen auf dem Osnabrücker Marktplatz der sechs Todesopfer von Stade gedacht. Zu der öffentlichen Gedenkveranstaltung waren Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche Beschäftigte der Stadt zusammengekommen, um gemeinsam innezuhalten und ihre Anteilnahme auszudrücken.
Oberbürgermeisterin spricht auf dem Marktplatz
Vor der Schweigeminute richtete Oberbürgermeisterin Katharina Pötter in Begleitung des Ersten Stadtrats Wolfgang Beckermann bewegende Worte an die Anwesenden. Sie betonte, dass die Ereignisse in Stade weit über die betroffene Region hinaus Bestürzung auslösten. „Das, was geschehen ist, beschäftigt uns alle. Es macht uns betroffen und führt uns zugleich unsere Verantwortung vor Augen“, sagte Pötter.
Steigende Aggressivität
Zugleich warnte die Oberbürgermeisterin vor einer zunehmenden Verrohung des gesellschaftlichen Miteinanders. Sie beobachte eine steigende Aggressivität sowie eine wachsende Bereitschaft, Konflikte und Entscheidungen mit körperlicher Gewalt auszutragen. Diese Entwicklung bereite große Sorgen.
Vor der Schweigeminute richtete Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (Mitte) in Begleitung des Ersten Stadtrats Wolfgang Beckermann (rechts) einige Worte an die Anwesenden. / Foto: Dominik Lapp
Besonders wandte sich die Oberbürgermeisterin an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie an das anwesende Personal von Sozialeinrichtungen freier Träger. Solche Ereignisse lösten nicht nur Trauer, sondern auch konkrete Sorgen um die eigene Sicherheit am Arbeitsplatz aus. Diese Bedenken nehme die Stadt sehr ernst. Gemeinsam mit dem Sicherheitsmanagement würden die bestehenden Schutzmaßnahmen erneut überprüft und weiterentwickelt.
Absolute Sicherheit kann es nicht geben
„Niemand soll sich bei der Ausübung seiner beruflichen Pflichten in unserer Stadtgesellschaft gefährdet fühlen“, erklärte Katharina Pötter. Zwar könne absolute Sicherheit niemals garantiert werden, dennoch sei es Aufgabe der Stadt, alles dafür zu tun, die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten so sicher wie möglich zu gestalten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch das gemeinsame Gedenken. Pötter erinnerte an die sechs Menschen, die in Stade getötet wurden, und sprach den Angehörigen, Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen der Opfer ihr Mitgefühl aus. „Ihnen allen wünschen wir von Herzen die Kraft, diesen unfassbaren Verlust zu verarbeiten“, sagte sie.
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