Nach nur rund einem Jahr Bauzeit hat der THW-Ortsverband Melle ein neues Zuhause: Im Gewerbegebiet „In der Euer Heide“ ist am Sonntag eine der modernsten THW-Unterkünfte Deutschlands eingeweiht worden. Der rund neun Millionen Euro teure Neubau ist zugleich der erste Standort, der im Rahmen des neuen bundesweiten THW-Bauprogramms fertiggestellt wurde.
Neuer Standort für rund 150 Ehrenamtliche
Auf dem rund 7.800 Quadratmeter großen Grundstück ist eine moderne und barrierefreie Unterkunft mit etwa 1.000 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Hinzu kommt eine Fahrzeughalle mit 14 Stellplätzen. Rund 150 Ehrenamtliche des THW-Ortsverbandes Melle finden dort künftig Platz.
Untergebracht sind unter anderem ein Technischer Zug mit den Fachgruppen Bergung sowie Notversorgung und Notinstandsetzung und ein Fachzug Führung und Kommunikation. Neben mehr Platz für Fahrzeuge und Material bietet der Neubau zusätzliche Möglichkeiten für Ausbildung, Übungen und Jugendarbeit.
Der Bund investierte rund neun Millionen Euro in das Projekt. Nach Angaben der Verantwortlichen wurde das Gebäude innerhalb von gut einem Jahr errichtet.
Melle ist erster Standort des neuen THW-Bauprogramms
Die neue Unterkunft hat auch über die Region hinaus besondere Bedeutung. Sie ist das erste fertiggestellte Gebäude des neuen THW-Bauprogramms des Bundes.
Nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, gibt es bundesweit rund 200 THW-Standorte, deren bisherige Unterkünfte nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Zunächst sollen 60 davon im Rahmen eines ersten Bauprogramms ersetzt werden. Weitere Neubauten seien bereits in Planung beziehungsweise Ausschreibung.
„Ein starker Zivil- und Katastrophenschutz braucht eine starke, zukunftsfähige Basis“, erklärte THW-Präsidentin Sabine Lackner. Das Bauprogramm solle dazu beitragen, den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland langfristig zu stärken.
Stadt Melle unterstützte bei Grundstückssuche
Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann bezeichnete die Einweihung als „Freudentag für Melle“. Der Neubau sei nicht nur ein modernes Gebäude, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement der THW-Mitglieder.
Die Stadt habe insbesondere bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück unterstützt. „Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück haben wir das THW maßgeblich unterstützt und wichtige Hilfestellungen geleistet, um die Voraussetzungen für den Neubau zu schaffen“, sagte Dettmann.
Mit Blick auf Unwetter, Hochwasser oder Stromausfälle unterstrich die Bürgermeisterin zugleich die wachsende Bedeutung eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes. Der THW-Ortsverband Melle ist bereits seit 1965 aktiv.
Kebschull: „Auf das THW ist immer Verlass“
Auch Landrätin Anna Kebschull hob bei der Einweihung die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Das THW sei für den Landkreis Osnabrück ein wichtiger Partner an der Seite von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und DLRG.
„Das THW lebt vom Ehrenamt. Dieses Engagement ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft und für die Sicherheit der Menschen in unserer Region“, sagte Kebschull. Besonders wichtig sei auch die Nachwuchsarbeit, durch die Jugendliche frühzeitig an die Aufgaben des THW herangeführt würden. „Auf das THW ist immer Verlass“, fasste die Landrätin zusammen.
Wärmepumpen und Photovoltaik auf dem Gelände
Auch energetisch soll die neue Unterkunft modernen Standards entsprechen. Die Gebäude wurden als Effizienzgebäude 40 errichtet. Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen gehören zum Energiekonzept und sollen unter anderem dazu beitragen, die Abhängigkeit von externer Energieversorgung zu reduzieren.
Die serielle und standardisierte Bauweise habe zudem die vergleichsweise kurze Bauzeit ermöglicht. Nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll das Verfahren künftig auch bei weiteren THW-Neubauten zum Einsatz kommen.
Für den Meller THW-Ortsbeauftragten Marco Plesner ist der Neubau vor allem eine Verbesserung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte: Fahrzeuge, Material und die Mitglieder des Ortsverbandes hätten nun endlich ausreichend Platz. Gleichzeitig sei die neue Unterkunft ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für das freiwillige Engagement.
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