Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dringt auf die Verabschiedung eines Gesetzentwurfs von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zum besseren Schutz von Naturflächen. Während der Entwurf nach Ansicht von Umweltverbänden einen wichtigen Schritt darstellt, sehen Wirtschaftsvertreter Infrastrukturprojekte gefährdet und es gibt innerhalb der Koalition weiter Streit über die Vorlage.
NABU: Natur als Teil der Infrastruktur anerkennen
Jörg-Andreas Krüger
Diese Landschaften speicherten Wasser, kühlten die Umgebung und schützten Menschen und Wirtschaft vor den Folgen von Hitze, Dürre und Überschwemmungen, so Krüger in der „Rheinischen Post“. Der Gesetzentwurf sieht vor, Naturschutzgebiete, die Kernzonen von Biosphärenreservaten und bestimmte Moore in das überragende öffentliche Interesse zu stellen und sie damit noch besser vor Bauprojekten zu schützen.
Wirtschaft warnt, Umweltverbände pochen auf Schutz
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht durch diese Pläne Planungen für Infrastrukturprojekte in Gefahr. Dem hielt Krüger entgegen: „Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung sind dabei keine Gegensätze – im Gegenteil. Eine starke Wirtschaft braucht eine intakte Natur und stabile ökologische Grundlagen.“ Gerade für Unternehmen im ländlichen Raum seien eine verlässliche Wasserverfügbarkeit, widerstandsfähige Böden und der Schutz vor Extremwetter entscheidende Standortfaktoren.
Krüger forderte laut „Rheinischer Post“, man müsse aufhören, Natur und Infrastruktur politisch gegeneinander auszuspielen. Deutschland brauche beides: eine moderne technische Infrastruktur und eine leistungsfähige natürliche Infrastruktur. „Nur im Zusammenspiel sicherten sie Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität“, sagte der NABU-Präsident der Zeitung.
BUND verlangt Nachbesserungen am NatInfG
Verena Graichen
Der BUND unterstütze den Gesetzentwurf zwar, doch die aktuelle Ausgestaltung des NatInfG sei „enttäuschend“ und müsse dringend nachgebessert werden, so Graichen in der Zeitung. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ war bis Dienstagnachmittag weiterhin offen, ob der in der Koalition strittige Gesetzentwurf von Umweltminister Schneider vom Kabinett beschlossen werden kann.
