Ermittler suchen nach zweitem Objekt – Grünen fordern Sicherheitsrat
Am Flughafen Leipzig/Halle wurde in der Nacht zum Mittwoch eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auf der Start- und Landebahn entdeckt. Wie der Spiegel berichtet, befand sich das Flugobjekt in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung, indem sie den Zünder entfernten und die Bombe später kontrolliert sprengten. Laut Tagesschau enthielt die Drohne die hochexplosiven Sprengstoffe PETN und Semtex, die auch im Militärbereich verwendet werden. Ein defekter Zünder habe eine Explosion verhindert, heißt es in vertraulichen Behördenunterlagen, die NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung einsehen konnten.
Zweite Drohne nach Flugzeugkollision gesucht
Unterdessen wird nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Wie der Tagesspiegel und der Spiegel übereinstimmend melden, kollidierte ein Frachtflugzeug nach einem Durchstarten wegen der gesperrten Landebahn mit einem unbekannten Objekt. Die Maschine landete sicher in Hannover, wobei leichte Beschädigungen festgestellt wurden. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) bestätigte, dass die Suche nach dem zweiten Gegenstand fortgesetzt werde. Ob ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen besteht, ist noch unklar.
Dobrindt warnt vor professionellen Tätern und fremden
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem „hybriden Anschlagsszenario“, wie der Tagesspiegel zitiert. Er vermutet hochprofessionelle Täter und schließt „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus. Die Grünen im Bundestag fordern unterdessen Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Katharina Dröge betonte, es handele sich um einen „erheblichen und schweren hybriden Angriff“, der eine klare Reaktion der Bundesrepublik erfordere. Auch eine Konsultation im Rahmen der NATO sei angemessen, so Dröge.
Drohnenbedrohung in Deutschland nimmt zu
Der Vorfall unterstreicht die zunehmende Bedrohung durch Drohnen in Deutschland. Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) rund 145 Behinderungen des Flugbetriebs durch unerlaubte Drohnenflüge, wie die Tagesschau berichtet. Im Juli war in Bayern ein 37-jähriger Moldauer festgenommen worden, der im Verdacht steht, im Auftrag russischer Geheimdienste ein Rüstungsunternehmen ausgespäht zu haben. Die Ermittlungen zu den aktuellen Vorfällen in Leipzig laufen auf Hochtouren, wobei Landes- und Bundessicherheitsbehörden zusammenarbeiten.